An diesem Samstagvormittag trafen sich acht Mitglieder und Freunde des Heimatvereins in Langerwehe am Töpfereimuseum, um sich zunächst durch das Töpfereimuseum führen zu lassen.
Das Töpfereimuseum ist im alten Pastorat, das jahrhundertelang zur alten St.-Matin-Kirche auf dem Rymelsberg gehörte, untergebracht. Vor dem Museumstor begrüßte uns Frau Reinartz, die uns mit vielen Erläuterungen durchs Museum führte. Das Museum wird zurzeit saniert, so dass wir uns nur eine kleine Sonderausstellung ansehen konnten.
Bereits im Innenhof fielen uns im Pflaster mehrere alte Krüge auf, die ins Pflaster integriert wurden. Bei diesen Gefäßen handelt es sich um Fehlbrände, die nicht weiter verwendet werden konnten.
Die Herstellung von Keramiken begann hier bereits im 11. Jahrhundert, wobei der Ton aus Lagerstätten östlich von Langerwehe kam. Die Töpferei Tradition in Langerwehe endete vor wenigen Jahren. In der Ausstellung erfuhren wir sehr viel über die Geschichte der Töpferei in Langerwehe und über die Herstellung der verschiedenen Töpferwaren.
Im 11. Jahrhundert formten die Töpfer ihre Waren noch von Hand. Im 12. u. 13. Jahrhundert produzierte man beispielweise Kannen auf dem schnelllaufenden Töpferrad.
Verbesserte Brennöfen lieferten jetzt auch qualitätsvollere Waren, das Steinzeug. Die Meisten wurden seit Mitte des 14. Jahrhunderts dann mit einer Salzglasur überzogen. Im 19. Jahrhundert spezialisierten sich die Töpfer auf Gefäße für Milch- und Vorratswirtschaft, später im 20. Jahrhundert auf Blumentöpfe, Kirchenbedarf und Kunstgewerbe. Heute gibt es nur noch einen Töpfer im Töpfereimuseum, der uns am Ende der Führung seine Arbeit an der Töpferscheibe vorführte. Er fertigte eine kleine Vase für Gänseblümchen, eine Müslischale und eine größere Vase.
Am Ende dieser Vorführung wurden wir von Herrn Porschen, dem Vorsitzenden des Vereins zur Erhaltung der Alten Kirche auf dem Rymelsberg in Langerwehe (VEAK), abgeholt und zur nahegelegenen alten St-Martin-Kirche geführt. Der Verein wurde 1923 gegründet und später von den Nationalsozialisten verboten. 1957 fand schließlich eine Neugründung des Vereins statt. Der Verein kümmert sich um die erforderlichen Renovierungsmaßnahmen zum Erhalt der Kirche.
Herr Porschen führte uns um und durch die Kirche. Während des Rundgangs gab er einen Abriss über die Geschichte der Kirche, die 1157 erstmal urkundlich erwähnt wurde. Nach der Fertigstellung einer größeren Kirche in Langerwehe in 1907 erfolgte schließlich die Aufhebung der alten Kirche als Pfarrkirche und die Umlagerung des Inventars in die neue Pfarrkirche in der Ortsmitte. Er zeigte uns an vielen Beispielen, wie der Verein mit den geringen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, der Unterstützung Langerweher Handwerker und Unternehmen sowie öffentlichen Mitteln, die Kirche renoviert. Es wird besonders Wert darauf gelegt, dass die Alte Kirche durch vielfältigste kulturelle Veranstaltungen lebt. Dies sind beispielsweise Konzerte, Ausstellungen, Hochzeiten, Erntedankfeste, Denkmaltag und Lichtbilderaktionen.
Am Ende erhielt Dr. Siegfried Graf ein Exemplar der Festschrift des VEAK für das Archiv des Heimatvereins.
Nach der Besichtigung der alten Kirche gab es im Café des Töpfereimuseums noch eine Stärkung mit Weck und Seem vor der Heimfahrt.
Es war sehr Schade, dass nur so wenige Mitglieder an diesem Samstag an unserer Veranstaltung in Langerwehe teilnahmen. Hier hat bei allen Teilnehmern insbesondere die Alte Kirche einen starken Eindruck hinterlassen.