Haarener Steinkreuz auf dem Haarberg

Aachen-Haaren Februar 2015 - Franz-Josef Heuser

Bilder: Archiv Heimatverein, Helmut Vondenhoff und Franz-Josef Heuser

Errichtet: 1891, zerstört 1944

Information: Haaren vor den Toren der Stadt Aachen, Heft 2 - 1987

Der Gastwirt, Schreiner und Bauunternehmer Johann Georg Gilliam aus Haaren ließ auf der Kuppe des Haarbergs im Jahre 1891 ein 14 m hohes Kreuz errichten. Es hieß allgemein das "Haarener Kreuz". Es handelte sich eigentlich nicht um ein richtiges Kreuz, sondern um eine bauliche Anlage aus Ziegelmauerwerk mit einem kreuzartigen Aufbau. Das eigentliche Kreuz bestand aus zwei sich kreuzenden Querbalken, die den Schaft durchdrangen und in die vier Himmelsrichtungen zeigten. Hierdurch war es möglich, aus jeder Perspektive ein Kreuz zu sehen.

Im unteren Teil des Bauwerks befanden sich vier Nischen und im turmartigen Aufbau noch einmal vier kleinere Nischen. In den Nischen waren Heiligenlegenden oder biblische Szenen durch Figuren dargestellt. Der Schaft des Kreuzes und die Querbalken endeten in bunten Glaskugeln. Das Haarener Kreuz war eine Stiftung, die einem Gelöbnis entsprang. Das Gelöbnis erfolgte nach einem ernsthaften Betriebsunfall des Stifters. Die Pläne für das Haarener Kreuz, die nach Ideen des Stifters entstanden, stammten von dem Architekten Heinrich van Kann aus Haaren, der auch den Neubau der Haarener Pfarrkirche St. Germanus plante und ausführte. Die figürlichen Darstellungen und die Glaskugeln wurden wenige Jahre nach Errichtung des Bauwerks zerstört. Die Reste der Figuren und Glaskugeln sind später beseitigt und die unteren Nischen zugemauert worden. Die vereinfachte Anlage erhielt einen einheitlichen Anstrich. Das Haarener Kreuz war von der ganzen Umgebung aus zu sehen und die Gegend von Haaren wurde viele Jahre durch dieses Kreuz geprägt. In der Nacht vom 8. zum 9.10.1944, nachdem die amerikanischen Truppen Verlautenheide eingenommen und den Haarberg besetzt hatten, wurde das Kreuz durch Kriegseinwirkung zerstört. Wahrscheinlich wurde es durch die Wehrmacht gesprengt. Nach dem Kriege waren nur noch das Fundament und einige Bautrümmer vorhanden.

Das Modell entstand nach einer Idee von Franz-Josef Heuser. In etlichen Stunden und mit handwerklichem Geschick baute Wilfried Koerens  das Kreuz im Maßstab ca. 1:10 nach. Als Vorlage dienten ihm ausschließlich die beiden Abbildungen.

Bei der Realisierung des Projektes unterstützten uns folgende Firmen: Markus Vondenhoff, Ralf Faymonville,
Georg Hirth sowie Günther und Soraya Robertz
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oben: kurz nach der Errichtung
 unten: in den 1920‘er Jahren
 

In den oberen Nischen befinden sich wie im ursprünglichen Kreuz Szenen aus dem Leben und Leiden Christi:

Geburt Christi; Kreuzigung Christi; Auferstehung Christi; Himmelfahrt Christi
 

In den unteren Nischen befinden sich die Abbildungen der vier Pfarrpatrone der ehemaligen Pfarren, die zur heutigen Pfarre „Christus unser Bruder“ zum 1.1.2010 vereinigt wurden:

 

St. Germanus; St. Hubert; St. Elisabeth; St. Martin