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Heimatverein
10.10.2018

Exkursion über den Haarberg

Bericht Heinz-Hubert Lillot
Bilder: Peter Tritthart

Die interessierten Mitglieder des Heimatvereins Haaren/­Verlautenheide hatten die Möglichkeit, mit Herrn Dederichs rund um den Haarberg Teile des Kriegsgeschehens aus dem letzten Quartal 1944 kennen zu lernen. Wie kaum ein anderer ist er in der Lage, das Thema dem Zuhörer neutral und objektiv zu vermitteln. Für viele der Teilnehmer war es sicherlich hoch interessant, Dinge zu erfahren oder erklärt zu bekommen, da sie selbst als Kinder auf und um dem Haarberg gespielt hatten.

Die Foxholes, von amerikanischen Soldaten gegrabene Schützenlöcher, waren zu jener Zeit noch sehr gut erkennbar, Munitionsfunde keine Seltenheit. So meinte auch Herr Dederichs, dass hier, wenn man tiefer grabe, so manches Utensil von amerikanischen Soldaten zum Vorschein kommen könnte. Die topographischen Lagen des Donnerbergs, des Haarbergs mit dem weithin sichtbaren Steinkreuz, von den Amerikanern „Crucifix Hill“ genannt, des Ravelsbergs und des Plateaus bei Verlautenheide waren Angriffsschwerpunkte der Alliierten. Eroberten die Alliierten dieses Terrain, war im Anschluss ein Eindrehen der Verbände zur Einkesselung der Stadt zu erwarten. Über Eschweiler kommend war der Gewinn dieses Geländes Voraussetzung, da von dort Aachen gut einsehbar war - ein großer Vorteil für die weiteren Vorstöße. Weitere Details zu dieser Zeit wurden bereits incl. Kartenmaterial im Bericht vom 15.11.2017 über die Begehung des Ravelsbergs durch meinen Vorgänger Helmut Vondenhoff ausführlich beschrieben.

Haarberg

Los ging unsere Exkursion am Friedhof in Verlautenheide. An einem sonnigen Herbsttag mit grandioser Sicht über Aachen und bis weit in die Eifel hinein konnte uns Herr Dederichs die ersten Hinweise geben, wo sich Bunkerreste befinden, durch Erdüberhäufung teils kaum noch sichtbar. Durch sein großes Wissen um die militärischen Einsätze, Frontverläufe und das taktische Vorrücken der Armeen verstand er, uns dies sehr plastisch, jedoch mit großer Neutralität und Objektivität zu erklären. Weiter ging es dann Richtung Haarener Kreuz. Auf dem Weg führte er uns an mehreren Bunkern, heute kaum entdeckbar, vorbei. Hinweise zum verwendeten Material sowie Details um die Verfärbung desselben, aber auch, was es zu beachten gilt, wenn jemand vorhat, einen Bunker freizulegen.

Haarberg Haarberg

Am Haarener Kreuz angekommen, konnte er bei bester Sicht uns sehr gut auf die vielen weiteren Bunker am und rund um den Haarberg hinweisen. Dass er auch noch über die verschiedenen Bauformen der Bunker und die verwendeten Materialien berichtete, zeigte seine großen Kenntnisse. Seine Informationen machten noch mal deutlich, dass unser Standort „Haarberger Kreuz“ das Einnahmeziel der Kriegsgegner gewesen ist.

Haarberg

Die heutige Alt-Haarener-Straße, für die Kriegsparteien als Nachschubstraße wichtig, war sowohl vom Haarberg als auch vom Ravelsberg nicht oder nur wenig einsehbar. Durch seine Erklärungen machte er uns allen klar, dass hier und nicht in Aachen selbst der Schwerpunkt der Kampfhandlungen lag. Weiter ging es bis zum alten Judenfriedhof. Wieder wurden wir von ihm auf die zum Teil verdeckten Bunker hingewiesen, womöglich für den ein oder anderen überraschend. Wir folgten dem Straßenverlauf bis zur Alt-Haarener-Straße. Es folgten Erklärungen über die strategische Bedeutung des dort vor der Autobahn befindlichen Bunkers. Reste sind noch für jeden erkennbar. Er machte uns auf den Wert des Bunkers für die Menschen aufmerksam, da dieser ja so nahe am Ortsrand lag. Nun ging es wieder mit einem Aufstieg zum Haarener Kreuz zurück. So manche Frage musste er unterwegs beantworten, was er sehr gerne und ausführlich machte. Am Haarener Kreuz erklärte er uns, wie die Alliierten, nach der Einnahme von Aachen weiter in Richtung Köln und Bonn vorzugehen gedachten. Hier war dann auch das Ende unserer Exkursion. Herr Dederichs hatte wieder mal „alles“ zusammengetragen an Wissen und Kartenmaterial, was sich in seinem Besitz befindet - nicht gerade wenig. Unser Heimatverein durfte hiervon profitieren. Alle Teilnehmer lernten heute einen Mann kennen, der sich in das Thema und in dieses Zeitfenster, ein unrühmliches, eingearbeitet hat. Der sein Wissen mit großer Objektivität weitergab und gleichzeitig auf korrespondierende Ereignisse vor dem Krieg und unserer heutigen Zeit hinwies. Deutlich wurde von ihm auf diese negative Gefahr hingewiesen, da sich Geschichte ja bekanntlich wiederholen kann, was jedoch nie wieder geschehen dürfe.

Haarberg Haarberg

Unser Vorsitzender sprach Herrn Dederichs für sein Engagement den Dank aller aus. Er überreichte ihm eine Spende, die Herr Dederichs, wie er uns sagte, für die Erhaltung der Kriegsgräber verwenden würde. Ehrenamtlich kümmert er sich auch um diese Gräber. Hiernach trafen sich die meisten Teilnehmer noch zu einem Eis auf dem Haarener Marktplatz. Ein schöner und informativer Tag ging langsam zu Ende.



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