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Heimatverein
 Bericht Nr. 345 
18.10.2017

Führung durch das Grashaus Aachen

Bericht: Helmut Vondenhoff

Bei der Anmeldung zu einer Führung durch das Grashaus, dem ersten Rathaus der Stadt Aachen, gingen wir zuerst einmal von 15 Personen aus. Letztendlich trafen um den verabredeten Treffpunkt auf dem Fischmarkt 30 Interessierte ein, die alle die historische Stätte besuchen wollten. Eine junge charmante Architekturstudentin, Monika Samp, begrüßte unsere Gruppe vor dem Grashaus und dem imposanten Gebäude des ehemaligen Fischhändlers „Fisch Lahaye“ mit freundlichen Worten. Es ist erstaunlich, wie viel an Wissen und Historie ein junger Mensch in zwei Stunden aus dem Stegreif wiedergeben und dabei auch noch ohne zu langweilen die Zuhörerschaft fesseln und begeistern kann. Das Grashaus in seiner ursprünglichen Form entstand in den 1260er Jahren und war bis 1349 erstes Rathaus Aachens. Es dokumentierte zu der Zeit den Willen der Bürger, die seit 1258 einen Stadtrat hatten um die Geschicke ihrer Stadt selbst in die Hand zu nehmen und zu regeln. Heute ist nur noch die Fassade in ihrer Entstehungsform erhalten, alles andere an Gebäudeteilen hat sich im Laufe der Jahrhunderte sehr verändert, dem jeweiligen Verwendungszweck stets angepasst und unterworfen. Nachdem im 14. Jahrhundert der Nachfolgebau am Markt errichtet war, wurde es als Gericht und Gefängnis genutzt. Vor allem schwere Vergehen, die mit dem Tod bestraft wurden, kamen hier zur Verhandlung. Zum Tode Verurteilte wurden im Hof öffentlich enthauptet. Der Kerker war furchteinflößend. Im „Hansenloch“ etwa waren die Gefangenen an einen Steinblock gekettet. Toiletten gab es nicht. Ein Abwasserkanal, der durch die Zellen führte, erfüllte diesen Zweck. In der französischen Besatzungszeit bemängelte ein Beamter, dass die Zellen dunkel, feucht und sehr ungesund seien. Mit dem Bau eines neuen Gefängnisses im Jahre 1806 wurde das Gefängnis im Grashaus schließlich aufgegeben. Vermutlich bezieht sich der Begriff Grashaus auf die mit Gras bewachsene Fläche, die das Gebäude einst umgab. 1885 wurde der Umbau des z.T. verfallenen Gebäudes zum Stadtarchiv beschlossen. Dabei blieb nur die Frontfassade im Original erhalten. Die Bestände des Archivs wanderten 1890 in das Grashaus. Schmuckstück des Archivs war der aufwendig bemalte und mit kostbaren Vitrinen ausgestattete Urkundensaal. Bereits Ende der 1920er Jahre galt das Stadtarchiv als überfüllt. Die wachsende Zahl von Archivalien führte zu immer mehr Auslagerungen. Der Ruf nach einem Umzug des Archivs wurde schon damals laut. Aber erst im Jahre 2013 war es so weit: Das Archiv zog mit allen Beständen in die ehemalige Nadelfabrik am Reichsweg um. Nach einer längeren und aufwendigen Renovierungsmaßnahme erstrahlten das Treppenhaus mit den Freskenmalereien eines Berliner Künstlers und die historischen Räume wieder im alten angestammten Glanz. Davon überzeugten wir uns auf dem Wege zum ehemaligen Lesesaal des früheren Stadtarchivs. Im Erdgeschoss passierten wir heute das moderne EU-Direkt Büro, sowie die Räumlichkeiten der Karlspreis-Stiftung, und der sog. Kapelle mit den herrlichen farbigen Kreuzgangbögen, in der sich einst das Gefängnis befand. Im ehemaligen Lesesaal des Stadtarchivs befindet sich heute das sog. „Europäische Klassenzimmer“. Hier wird das Thema Europa in seinen historischen, aktuellen und zukunftsweisenden Dimensionen auf ungewöhnliche Weise vermittelt. Die Zielgruppe sind vor allem Schulklassen, aber auch Gruppen junger und älterer Erwachsener. Alle sind eingeladen, sich mit der Geschichte Europas zu beschäftigen und die europäische Gegenwart und Zukunft gemeinsam zu diskutieren. Wer das geschichtsträchtige Gebäude besichtigen möchte, hat dazu die Möglichkeit im Rahmen von bauhistorischen Führungen - nach vorheriger Anmeldung. Das Grashaus ist barrierefrei. Die einzelnen Etagen sind durch Aufzüge und Treppen zu erreichen. Wir als Heimatverein können einen Besuch im ersten Aachener Rathaus nur empfehlen, es gibt viel zu sehen und viel Wissenswertes unserer Heimat und Stadt wird vermittelt.

Tafel

Erstes Aachener Rathaus aus dem 13. Jahrhundert

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Infotafel vor dem Grashaus am Fischmarkt

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Monika Samp, unsere sachkundige Führerin

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Aufgang zu den Arbeitsräumen, früheres Archiv

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Der Adler stand für die Grenzen des Aachener-Reiches

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Hier lernen Schüler/innen über Europa

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Prächtig gestaltete Innenräume und Decken

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Früheres Stadtarchiv mit seinen Beständen






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erhältlich beim Verein und bei den Sparkassen in Haaren und Verlautenheide sowie bei der VR-Bank in Haaren

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Mi, 09.10.2019
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Kostenbeteil. 3 €, Museum: 4 €
Mühlenfest
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anschl. Frühschoppen u. bunter Nachmittag
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