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Heimatverein
27.06.2017

Vortrag von Volker Dederichs "Bloody Ravelsberg"

Bericht: Helmut Vondenhoff

Volker Dederichs, Würselener und Sohn unseres Mitglieds Marita, geborene Tümmers vom früheren Bauerhof Gut Geut auf der Alt-Haarener-Straße, war unser Vortragsgast. Schon früh als Kind hat er den Geschichten seines Großvaters gelauscht, die von den Kämpfen zwischen deutschen und amerikanischen Soldaten um Würselen und dem Ravelsberg handelten. Später, als junger Mann, fiel ihm das Soldbuch seines Großvaters in die Hände, und er besann sich auf Großvaters frühere Erzählungen. Seine Neugier um das Kriegsgeschehen in und um seine Heimatstadt Würselen war der Startschuss zu nicht enden wollenden Recherchen. Akribisch hat er geforscht, gesammelt und geschrieben, und so ein umfangreiches Werk über den amerikanischen Vormarsch vom D-Day, der Landung der amerikanischen Truppen in der Normandie, bis nach Aachen, Haaren und Würselen verfasst. Seine Vorträge zum Thema und Führungen über den Ravelsberg zu den noch dort verbliebenen Bunkern, sind mittlerweile einem interessierten Kreis bekannt und ein Magnet für interessierte Besucher/innen. Er hatte einige seiner Freunde als Mitbringsel bei uns angekündigt. Folge war, unsere 50 Sitzplätze und einige Stehplätze waren vollbesetzt. Die Mitglieder des Heimatvereins waren dieses Mal als Besucher/innen in der Minderheit. Es kamen Teilnehmer/innen z.T. aus 80 km Entfernung, aus Langerwehe, Würselen, Kelmis in Belgien und als besondere Gäste konnte der Vorsitzende Helmut Vondenhoff Jackie Wadford als Tochter eines amerikanischen Kriegsveteranen und Summer Wadford als Enkelin des Veteranen Vivian A. Wadfort begrüßen. Dieser war Angehöriger vom 505. Fallschirmjäger Infanterie Regiment der 82. Airborne Division. Beide, Tochter und Enkelin, wollten einmal das ehemalige Kriegsgebiet besuchen, wo ihr Vater und Großvater von der Landung in der Normandie bis zum Kriegsende für sein Vaterland in Deutschland gekämpft hatte. Die Bilder, die sie von den Kämpfen um Haaren, Würselen und Verlautenheide gesehen haben, haben sie tief beeindruckt. Sie werden sie mit in ihre Heimat nehmen und wohl nie mehr vergessen.

1938 begann das damalige Deutsche Reich mit dem Bau der Limes-Anlage. Von der schweizerischen Grenze bis nach Brüggen im Selfkant zog sich eine Vielzahl von verschiedenen Verteidigungsbunkern. Sie sollten im Verteidigungsfall den erwarteten Feind aufhalten und aus den Bunkern heraus bekämpfen. Über Haaren, Würselen und Verlautenheide lief eine breite Verteidigungslinie, bei der der Ravelsberg eine entscheidende Rolle spielte. Als die Amerikaner auf Aachen anrückten, begannen sie mit der Vorbereitung einer Kesselbildung, die bei der B57 begann und über Würselen, Scherberg, Kaisersruh, Ravelsberg den deutschen Feind einkesseln sollte. Auf dem Ravelsberg kam es zu erbitterten Kämpfen. Rund um die Bunker wechselten täglich Gebietsgewinne, doch die Verluste unter den Soldaten auf beiden Seiten waren enorm hoch. Seit der Zeit sprachen die Amerikaner vom „Bloody Ravelsberg“ . Von Verlautenheide aus kamen noch deutsche Truppen auf den Ravelsberg zu. Sie konnten jedoch den Vormarsch der Amerikaner nicht aufhalten, es war der Höhepunkt der Kämpfe am 18. Oktober 1944. Ziel der Amerikaner war die vollständige Eroberung des Ravelsbergs, um den Talkessel von Aachen ebenfalls einzunehmen. Von hier aus bot sich der totale Blick auf Aachen, strategisch und planerisch für weitere Angriffsaktionen ein idealer Ort. Nach dem Willen der Alliierten sollten keine gefallenen amerikanischen Soldaten auf deutschem Boden begraben werden. Große Soldatenfriedhöfe in Henry-Chapelle in Belgien und Margraten in Süd-Limburg zeigen das Ausmaß, wie groß der Anteil der gefallenen amerikanischen Soldaten in unserer Region war. Nach der Befreiung vom Hitler-Regime wurden alle Bunker gesprengt. Munitionsreste, Minen, Granaten, TNT wurden verwendet, um die gewaltigen Betonmassen in die Luft zu jagen. Die Detonationen und die Sprengkraft waren in den meisten Fällen so groß, dass die Betondecken der Bunker bei der Explosion sich in der Luft um 180° drehten. Sie blieben als Relikt einer missglückten Verteidigungsidee in der Landschaft zurück. Manche wurden zugeschüttet und sind heute nur noch als bewachsene Hügel erkennbar. Manche wurden von der Natur zurückerobert, und manche stehen noch heute als stummes Mahnmal in der Weite der Landschaft. Viele Bilder der Kämpfe, Soldaten, Panzer, Tötungswaffen, Ausrüstungsgegenstände und Fundstücke hatte Volker Dederichs im Gepäck, grauenhafte Erinnerungsgegenstände einer schrecklichen Zeit, die sich hoffentlich niemals wiederholen wird.

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Unsere Gäste aus Langerwehe und Amerika

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Begrüßung der Gäste durch den Vorsitzenden

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Wieder volles Haus im Heimatforum

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50 Sitzplätze und einige Stehplätze besetzt

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Der Verlauf der Verteidigungsbunker um Haaren

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Der Kesselring der amerikanischen Armee

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Fundstücke von amerikanischen Soldaten

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Stahlhelm eines GIs, gefunden am Ravelsberg

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Volker Dederichs mit amerik. Ausrüstung

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Originalteile der amerikanischen Armee

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Abzeichen der berühmten „ Big Red One

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Vivian A. Wadfort 1945 in Hürtgen-Hürtgenwald

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Vivian A. Wadfort nach Kriegsende in den USA

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Vivian A. Wadfort 1945 in Hürtgen-Hürtgenwald

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eine Ausgehuniform im Museum





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