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Heimatverein
20.04.2016

Altstadtführung durch die Kupferstadt Stolberg

Bericht: Helmut Vondenhoff

Die Gästeführerin, Frau Penner-Mohren, empfing uns am Galminusbrunnen, ein Werk des Künstlers und des ehemaligen Haarener Bürgers, Bonifatius Stirnberg. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern, Antonia Stirnberg und Mathilde Stirnberg, Schwester und Schwägerin des Künstlers, deuteten wir mit der Gästeführerin die dargestellten Gegenstände am und auf dem Brunnen. Sie erzählen und zeigen die Produkte, die Stolberg in der ganzen Welt bekannt und berühmt machten. Sog. Kupfermeister und Kupferhöfe bildeten ab dem 16. Jahrhundert den Grundstock für den wirtschaftlichen Aufschwung und den Reichtum der Stadt und ihrer Bewohner. 1650 gründeten Jan Peltzer und Christian Prym die erste Kupfermühle Stolbergs, Familiennamen und Unternehmen die bis heute noch Bestand haben. Vorher hatte der Aachener Kupfermeister Schleicher aus Religionsgründen Aachen verlassen und in Stolberg für seine Familie einen Kupferhof errichtet. Durch Verhängung der Reichsacht gegen die protestantischen Bewohner Aachens im Jahre 1598 zogen weitere protestantische Kupfermeister nach Stolberg. Die Zahl der zuwandernden Kupfermeister stieg rasch an und erreichte Ende des 17. Jahrhunderts vierzig Familien. Hierzu gehörten die Familien Lynen (1621 und 1652), von Asten (1638), Hoesch (zwischen 1607 und 1611) und Prym (1650). Für die Katholiken in Stolberg schien die Situation extrem schwierig zu werden. 1592 wurde eine lutherische Gemeinde in Stolberg gegründet. Ende des 16. Jahrhunderts spitzte sich die Lage in Stolberg durch den fortschreitenden Protestantismus weiter zu. Da die Zahl der protestantischen Zuwanderer stieg, stellte sich den Kupfermeistern die Frage nach einer geeigneten Gebetseinrichtung. Private Gebetsräume waren für die große Zahl an Personen rasch zu klein. So errichteten die reformierten Gemeinden in Stolberg im Jahre 1617 eine eigene kleine Kirche Im Vogelsang. Im Jahre 1647 errichtete die lutherische Bevölkerung auf dem Finkenberg dann eine weitere eigene Kirche. Nach der Errichtung dieser zweiten protestantischen Kirche gründeten die Kupfermeister auf dem benachbarten Gelände 1668 einen eigenen Friedhof. Dieser ist bis heute erhalten und gilt als ein Zeugnis der Zeitgeschichte Stolbergs. Zu diesen historischen Stätten, die die Entwicklung der Kupferstadt prägten, führte uns Frau Penner-Mohren und gab uns dazu Erklärungen zur Stadt, zu den Menschen und zur industriellen Entwicklung Stolbergs. An der Burg entlang ging es zu den beiden reformierten Kirchen, die bis heute sehr gut erhalten und unterhalten sind. Eine Augenweide für den Betrachter sind die Innenräume und das Interieur. Diese beiden Kirchen sind ein Sinnbild der Geschichte und der Glaubensentwicklung in Stolberg. Die Reformation hat Menschen dazu gebracht, Wohnorte zu wechseln, Familien umzusiedeln, neue Heimat zu finden und neue Wirtschaftszweige und Arbeitsstätten zu errichten.

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Brunnen von Bonifatius Stirnberg in Stolberg

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Altstadtpartie am Vichtbach mit Blick auf Burg

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Das älteste Haus von Stolberg, mit Fachwerk

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Breit genug für ein Pferdefuhrwerk

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Aufstieg zur höher gelegenen Burg

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Ein Stolberger genießt wie wir, den schönen Tag

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Unsere 29 Teilnehmer/innen, ev. Kirche

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Einer der alten Kupferhöfe in Stolberg





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