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Heimatverein
 Bericht Nr. 300 
22.11.2015

Totensonntag und Totengedenken

Bericht: Helmut Vondenhoff

Es steht außer Frage, dass man Traditionen braucht. Ob wir sie noch haben und noch pflegen, ist schwerer zu beantworten. Während der eine sagt „mir reicht es“, bedauert der etwas ältere Mensch im Rückblick auf sein Leben den Bedeutungsverlust vertrauter Traditionen. Auch in unserer ehemaligen Gemeinde und jetzigem Stadtbezirk werden noch immer Traditionen hochgehalten, so der alljährliche Friedhofsgang der Haarener Vereine am Totensonntag. Schließlich stellen wir auch hierbei in den letzten Jahren Verschleißerscheinungen fest, die Zahl der Teilnehmer/innen nimmt weiter ab. In diesem Jahr reichte es noch nicht einmal mehr für eine musikalische Begleitung durch den Ortsteil. Die Absage kam kurzfristig und unvorhergesehen. Abordnungen einzelner Haarener Vereine mit ihren Fahnenträgern sammelten sich wie immer vor der Redoute und zogen in Begleitung von Bezirksbürgermeister und Bezirksamtleiter über die Alt-Haarener-Straße zur Friedenstraße und zum Friedhof. Dort wartete schon eine Abordnung der Chorgemeinschaft Haaren, die die Gedenkfeier mit dem Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ einleitete. Guido Hüllenkremer als Vorsitzender der IG Haarener Vereine legte zum Zeichen gegen das Vergessen und als Zeichen der Verbundenheit über den Tod hinaus einen Kranz für die Gefallenen und Verstorbenen der Haarener Vereine nieder. In seiner kurzen Gedenkrede mahnte er in dieser Zeit Toleranz und Nächstenliebe an, von jeher Tugenden, die in unserer Gesellschaft nicht mehr so ausgeprägt vorhanden sind und gelebt werden. Aktuell haben wir uns mit ideologischem Terror, Krieg und sinnlosen Gewalttaten auseinander zu setzen. Die Vorkommnisse von Paris, Syrien und Brüssel bedrohen den Frieden in Europa und der Welt. Dieser Bedrohung sollten wir nicht weichen, wir sollten vielmehr für das demokratische Grundverständnis und für die Errungenschaften unseres Glaubens und für die kulturelle Entwicklung über Jahrhunderte hinweg kämpfen und uns persönlich einsetzen. Im Gedenken an unsere Toten und Gefallenen schließen wir auch all die unschuldigen Opfer von Gewalt und Terror mit ein, auch sie erfahren heute unser Mitgefühl. Nach diesen beeindruckenden Worten von Guido Hüllenkremer und einer Schweigeminute sang die Chorgemeinschaft Haaren zum Ende der Veranstaltung noch das Lied: „Gott hat seinen Engeln befohlen“ von Wolfram Menschick. Jetzt hatten die Teilnehmer des Friedhofgangs noch Gelegenheit, die Gräber ihrer Angehörigen zu besuchen, um dann gemeinsam den Rückweg nach Haaren anzutreten. Am Feuerwehrhaus in der Friedenstraße bedankte sich der Vorsitzende der IG Haarener Vereine bei allen Teilnehmern und sprach die Hoffnung aus, auch im nächsten Jahr wieder gemeinsam unserer Toten zu gedenken.

HV

Friedhofsgang der Haarener Vereine

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Mit Fahnenträger, aber ohne Musik

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Chorgemeinschaft Haaren, kleine Besetzung

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Guido Hüllenkremer, IG Haarener Vereine


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Fahnenabordnung einiger Haarener Vereine





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