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Heimatverein
 Bericht Nr. 264 
28.10.2014

Vortrag über St. Sebastinanus von Rolf Rüland

Bericht: Helmut Vondenhoff

Schon als alten Bekannten und Freund vom Geschichtskreis St.Sebastianus konnten wir Rolf Rüland bei uns zum Vortrag über die Pfarre und Pfarrkirche St. Sebastianus begrüßen. Was er uns bei einer Rundfahrt durch Würselen und bei einer Führung durch die Pfarrkirche St. Sebastian über seine Pfarrkirche schon näher gebracht hatte, kam in seinen Schilderungen und Erzählungen noch deutlicher hervor. Als früherer Lehrer mit enormen Geschichtswissen ausgestattet, gab er uns einen Überblick über Historie, Architektur, Ausstattung und theologische Aussagen seiner Pfarrkirche als Zeichen christlichen Glaubens. Die Geschichte der Würselener Pfarrkirche St. Sebastianus ist eng mit der Ortsgeschichte verbunden. Aus der bislang ältesten bekannten Urkunde zu Würselen vom 17.10.870 erfuhren wir, dass Ludwig der Deutsche die Kirche zu Würselen der Abtei Prüm in der Eifel schenkte. Über Art und Aussehen des damaligen Kirchenbaus ist nichts überliefert. Bei Grabungsarbeiten an der Kirche 1937 wurden bislang unbekannte Fundamente, vermutlich aus dem 7. Jahrhundert, gefunden. Zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert wurde an gleicher Stelle ein Neubau errichtet, von dem heute noch der romanische Turm erhalten ist. Im Namen des Kölner Domkapitels wurde am 05. März 1717 der Grundstein für das heute noch vorhandene dreischiffige Langhaus gelegt, das an den vorhandenen romanischen Westturm nach Osten hin angebaut wurde. Baumeister Laurenz Mefferdatis plante die dreischiffige Basilika, Johann Josef Couven nahm vermutlich die Innenausstattung vor, Gewissheit darüber besteht aber nicht. Kreisbaumeister Heinrich van Kann aus Haaren erweiterte von 1906 bis 1908 das vorhandene Gebäude um ein Querhaus, überwölbt mit einer Kuppel über der Vierung und um eine dreischiffige Apsis. Nach dem Krieg war das Gebäude nahezu vollständig zerstört, wurde jedoch unter unendlichen Mühen in mehreren Abschnitten wiedererrichtet und bis heute restauriert. Der Westturm erhielt seine markante barocke Schweifhaube nicht wieder, bis heute trägt er ein einfaches zeltförmiges Dach. Zum Erzbistum Köln gehörte Würselen bis zur Errichtung des Bistums Aachen 1930. Das Kirchengebäude war vom Mittelalter bis zum Jahr 1797 Tagungsort der Rechtsprechung für die Region Würselen, Vorsitzender dieses Gerichts - Würselener Send - war der jeweilige Pfarrer. Ausgehend von der Mutterpfarre St. Sebastian entstanden Filialkirchen in Haaren (St. Germanus), Weiden (St.Luzia), Morsbach (St Balbina) , Verlautenheide (St. Hubertus), Scherberg (St. Marien) Schweilbach/Teut (St.Pius). Der heilige Sebastian - ein Opfer der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Diocletian (243-313 n.Chr.) - ist Patron der Pfarrkirche zu Würselen. Aber auch die heilige Luzia, die heilige Balbina und der heilige Nikolaus wurden sehr verehrt. Besondere Beachtung und Verehrung erfuhr der Ortsheilige Salmanus, zu dessen Grab (Schaureliquiar im Salmanusaltar) bis 1976 noch Pilgerfahrten und Pilgerwanderungen stattfanden. In dem Mailied der Maijungen wird der Salmanusbrauch bis heute zu immer noch erwähnt: "Lott os net ze lang heij stoeh, vüür mösse noh Salmunes joeh.........". Das und noch vieles mehr aus der Geschichte der Pfarrkirche St. Sebastian und über Würselen erfuhren wir von Rolf Rüland. In seiner angenehmen Art, zu berichten und zu erzählen, hätten wir ihm noch wesentlich länger zuhören können, er hat uns begeistert.

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Bildervorführung über die Würselener Kirche St. Sebastian

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Interessierte Besucher/innen beim Wortbeitrag von Rolf Rüland

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Rolf Rüland und Käthe Henn

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Peter Tritthart und die Technik

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D`r Düvel, in St. Sebastianus, Figur im Turm

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Sehr schöner alter Altar in St. Sebastianus

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Das Kirchenschiff mit Blick auf die Orgel

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Aktuelles Bild der Pfarrkirche






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