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Heimatverein
 Bericht Nr. 225 
22.10.2013

Vortrag "Dem Himmel nahe"

Bericht: Helmut Vondenhoff

Vortrag von Helma Rombach-Geier
über den Jakobsweg nach Compostela

Im Leben des Menschen gab es immer besondere Wege die er beschritt und das Unterwegssein prägte ein Großteil dieses seines Lebens. Unterwegssein zu einem Ziel ist der Sinn von Wallfahrt und Pilgerschaft seit Jahrhunderten, die Wallfahrer pilgern zu einem Zielpunkt, meist einer Kirche oder Kapelle die sich durch Gnadenbilder, kostbare Reliquien, auf ein Heilsgeschehen oder an ein Heiligenleben auszeichnen. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten in denen sich die Menschen die Frage nach dem Sinn ihres Lebens vertieft stellten, sind Pilgerwanderungen und Wallfahrten als gleichnishafte Übungen neu entdeckt worden. Beispielhaft dafür ist der Jakobsweg der aus allen Ländern Europas nach Santiago de Compostela, zum Grab des Heiligen Jakobus führt. Seit das Grab des Heiligen im 9. Jahrhundert dort wieder entdeckt wurde, zieht der Weg und der Ort und die Kathedrale in Compostela die Menschen magisch an. Helma Rombach-Geier, ehemaliges junges Mädchen vom Quellenweg auf der Hörn, dort zur Schule gegangen und aufgewachsen, jetzt in Bünde lebend, setzte sich zum Ziel nach Ende ihrer Berufstätigkeit als Leiterin eines Kindergartens, den Jakobsweg von Aachen aus nach Santiago de Compostela alleine zu gehen. Sie nahm die Strapazen, den Kampf gegen den inneren Schweinehund, gegen die Unbillen des Wetters, gegen die Einsamkeit, auch die Gefahren des Alleinwanderns auf sich, um sich selbst zu bestätigen. Tiefer Glaube, Frömmigkeit und Gottver-trauen gehören ebenso dazu wie Aufgeschlossenheit und Optimismus, körperlich gute Verfassung und ausgewählte Wanderschuhe. Helma, eine Frohnatur vereinigte alle Eigenschaften in sich, bei Ihrem Vortrag über ihre Pilgerreise im Heimatverein strahlte sie noch immer ihre Natürlichkeit und ihre Fröhlichkeit aus die auch aus all ihren Bildern und Schilderungen sprach. Mit Herz und Zuversicht meisterte sie die manchmal endlosen Stecken auf der Suche nach der abendlichen Pilgerherberge. Abenteuerliche Situationen in den Herbergen, sagenhafte Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Sprache und Herkunft, Improvisationen bei der Essenszubereitung und Essensbeschaffung, Ermüdungserscheinungen und Erholungsfasen, alles galt es für Helma in eigener Regie zu erleben und zu verarbeiten. Ihre ausgezeichneten Fotos, mit viel Liebe und Gefühl zusammengestellt, zeigten das abwechslungsreiche Bild der Landschaften vom Start im Aachener Wald, über Belgien, Frankreich und Spanien bis hin nach Santiago. Sie zeigten die manchmal strapazierten, aber auch fröhlichen Gesichter der Mitpilger/innen die unterwegs ständig wechselten, jeder nach seinem Tempo und Leistungsfähigkeit. In den Herbergen traf man immer wieder auf mittlerweile „alte Bekannte“ denen man schon einmal unterwegs begegnet war, auch eine ungeordnete Pilgergemeinschaft bietet die große Möglichkeit der Verständigung und der Kommunikation untereinander. Oasen der Ruhe und der monumentalen Ausstrahlung waren auf dem Weg alte Klöster und Kirchen, vor Jahrhunderten errichtet, teils erhalten , aber auch viele verfallen, zeugten sie doch vom Glauben und Gottesfürchtigkeit der Generationen die lange vor uns lebten. Steine in karger Bergwelt von Pilgern aufgeschichtet, einsame Wegekreuze, fruchtbare und blühende Täler, freundliche Menschen die stets bereit waren zu helfen, säumten den Weg auf dem Helma ihrem Ziel entgegen ging. Sie hat es geschafft sich selbst zu beweisen, eine Energieleistung die nur wenigen Menschen vergönnt ist und die nur wenige Menschen abrufen können. In Santiago de Compostela anzukommen bedeutet wirklich Selbstfindung und Selbsterfahrung, entsprechend ist die Freude und das Glück aller, die am Ankunftstag die große Kathedrale zum Abschlussgottesdienst besuchen und vom übergroßen Weihrauchgefäß das quer durch das Kirchenschiff schwingt, eingenebelt werden. Früher hat man den speziellen Duft den die Pilger, die in der Kathedrale auf der Empore übernachteten, versucht zu neutralisieren. Heute pflegt man nur noch die Tradition, jedoch bleibt es trotz allem ein Riesenspektakel was jeden Pilger begeistert. Helma Rombach-Geier hat in einem begeisternden Vortrag ihre Pilgerwanderung so geschildert wie nur sie sie erlebt hat, der Zuhörer und Betrachter fühlte sich selbst als Teilnehmer dieser ereignisreichen Aktion, bei jedem Bild kam das Gefühl auf, hier möchtest du auch einmal dabei sein. Ein schöner Vortrag endete mit einem Riesenapplaus für die Vortragende, mit einem entsprechendem Geschenk vom Verein und mit der Zusage von Helma zu uns im nächsten Jahr zurück zu kommen.

HV

Interessierte Besucher im Heimatarchiv die auf einen spannenden Vortrag warten

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v.l. Dr. Willy Emmerich, r. Helma Rombach-Geier von der Melatengesellschaft Aachen

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Allerlei Andenken an eine Pilgerreise die Helma nach Haaren mitbrachte

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Helma in einer Pilgerherberge in Frankreich

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Angekommen in Santiago de Compostella

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Helma kurz vor dem „Ende der Welt“





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