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Heimatverein
 Bericht Nr. 188 
20.11.2012

Karbonroute durch das Wurmtal

Bericht: Helmut Vondenhoff

Vortrag von Dr. Jochen Helbig

Der industrielle Bergbau hat über 150 Jahre das Gesicht der Aachen–Südlimburger Region geprägt und das Leben seiner Menschen bestimmt, eine Regionalgeschichte deren Spuren mit der Schließung der Gruben schnell zu verschwinden drohte. Um die Überreste zu sichern und zu bewahren, um die Arbeits- und Alltagskultur dieser Epoche zu erforschen und zu dokumentieren gründete sich 1986 in Alsdorf der Verein „Bergbaumuseum Wurmrevier“ und in Merkstein der „Museumsverein Adolf“ Ein Teil des kulturellen Erbes aus der Zeit des Bergbaus im Aachener Norden konnte gerettet und der Nachwelt erhalten werden, die sanierten Gebäude in Merkstein und Alsdorf sind ein beredtes Beispiel dafür. In verschiedenen Arbeitskreisen des Vereins setzen sich Bergbauinteressierte Menschen dafür ein das Erbe der Bergbauvergangenheit zu bewahren. So auch Dr. Jochen Helbig, der 1.Vorsitzende des Museumsvereins Grube Adolf aus Merkstein, der uns einen Vortrag und einen Überblick bot über die ehemaligen Steinkohlengruben des Reviers von Merkstein bis Würselen. Dr. Helbig, in Schlesien geboren, in Bayern aufgewachsen, hat an der RWTH Aachen studiert und war bis zu seinem Ruhestand in Aachen als wissenschaftlicher Mitarbeiter dort beschäftigt. Schon während seines Studiums fand er schnell zur Thematik des Kohlenbergbaus und der Energie und er wählte als seinen Lebensmittelpunkt den Bergbauort Merkstein aus. Hier und im weiteren Revier sicherte und dokumentierte er mit seinen gleich gesinnten Freunden alles über den ehemaligen Steinkohlenbergbau. Es war neben der Historie in erster Linie die Technik, die sich gerade im Bergbau stetig entwickelte und für die Sicherheit der Bergleute von entscheidender Bedeutung war, wie Dr. Helbig in vielen Bildern deutlich machen konnte. Markante Gebäude von imposanten Ausmaßen für die Förderung und Weiterverarbeitung der gewonnenen Kohle gab es bei allen Gruben im Revier, die aber mit dem Konkurrenzdruck auf die heimische Kohle und dem daraus resultierenden weg gebrochenen Absatzmarkt für Steinkohle im Laufe der vergangenen Jahrzehnte mehr und mehr still gelegt wurden. Der Bergmann stand aber auch als zentrale Figur in den Betrachtungen, der Eschweiler-Bergwerks-Verein war in der Für- und Vorsorge für seine Arbeiter und Angestellten oft einen Schritt voraus. Knappschaften und Unterstützungskassen entstanden, der systematische Bau von Siedlungen mit Werkswohnungen mit Stall und Garten in der Nähe der Gruben und Betriebe reichten bis in das Jahr 1830 zurück. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt uns das Aachener Revier als eines der ältesten Steinkohlenbergbauregionen in Europa. Im Gebiet der Wurm bei Herzogenrath-Kohlscheid wurden Kohlengruben schon im Jahr 1113 erwähnt, bis zum 14. Jahrhundert konnte der Bedarf an Kohlen aus den im Wurmtal bzw. im hügeligen Gelände zu Tage tretenden Kohleflöze in einfachen Tagebauen gedeckt werden. Als die direkt an der Erdoberfläche liegenden Vorkommen erschöpft waren, wurden Stollen in den Berg getrieben und erste Schächte abgeteuft. Der Bergbau gewann Aufschwung und im 16. Jahrhundert gab es bereits eine Vielzahl von kleineren Bergbau treibenden Familienbetriebe, der Abbau durch viele Einzelbetriebe war bestimmend bis ins 19. Jahrhundert. Mit der Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen im Jahre 1794 änderten sich die bergbaurechtlichen Verhältnisse, es war der Startschuss für das Unternehmertum im Bergbau in unserer Region, erst Jahrzehnte später folgte das preußische Ruhrgebiet diesem Beispiel. Viele Kleinbetriebe wurden zusammengefasst und damit leistungsfähiger. Aus Eschweiler kam der erste Konzessionsträger für den Kohleabbau, Karl Englerth, dessen Witwe gründete noch vor 1838 den „Eschweiler-Bergwerks-Verein“, es war die erste Bergbau-Aktien-Gesellschaft überhaupt. Unter dessen Dach kamen im Laufe der wechselvollen Geschichte des Bergbaus die Gruben des Reviers mit den klangvollen und noch bekannten Namen wie Grube Adolf, Grube Anna, Grube Maria, Grube Carolus Magnus, Grube Carl Alexander, Grube Gouley, Grube Teut, Grube Carl Friedrich, Grube Laurweg, Grube Emil Mayrisch. Doch alle Gruben litten unter der anhaltenden Konkurrenz auf dem Energiemarkt ab der siebziger Jahre und der Steinkohlenbergbau musste seine Kapazitäten den Absatzmöglichkeiten anpassen. Trotz aller Anstrengungen konnte das Ende der Bergbaubetriebe im Aachener Revier nur heraus geschoben aber nicht verhindert werden. Die zwei Stunden Vortrag von Dr. Jochen Helbig aus Merkstein, hat den Mitgliedern des Heimatvereins, die diesmal Gast bei der AWO waren, das Revier, den Bergbau mit seiner Vergangenheit und seinen Menschen eindrucksvoll und detailliert näher gebracht.

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Darstellung der Steinkohlenfunde in Westeuropa und der Bundesrepublik

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Trotz des ausgezeichneten Vortrages von Dr. Helbig blieben noch Plätze unbesetzt

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Denkmal für die Bergleute unter Tage

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Franz Josef und die Technik, r. Dr. Jochen Helbig





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