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Heimatverein
16.10.2012

Vortrag „Mama was ist ein Judenbalg?“

Bericht: Helmut Vondenhoff

Helmut Clahsen, geboren 1931, bei uns ein gern gesehener Gast aus Verlautenheide, erzählte uns aus seinem Buch über seine Kindheit und über seine Familie. Als halbjüdisches Kind lebte und erlebte er seine Kindheit zwischen vier und vierzehn Jahren in Aachen, er wohnte damals mit seiner Familie im Johannistal, einer guten Wohngegend am Stadtrand. Schon vor den Ereignissen der Progromnacht vom 09. auf den 10. November 1938 erfährt er als spielendes Kind auf der Straße Anfeindungen und Beschimpfungen denen er als Halbjude mit einer jüdischen Mutter in der NS-Zeit schutzlos ausgesetzt war. Seine Mutter, die in Aachen und in vielen Städten Deutschlands als Konzertpianistin tätig und unterwegs war, konnte nur kurz bei ihrer Familie bleiben, Bindungen zu seiner Mutter waren damit nur gering. Sein Vater, ein Katholik, dem ständig von seinen NS-angehauchten Geschwistern das Leben mit seiner Familie zusätzlich schwer gemacht wurde und sein älterer, verwöhnter und schwieriger Bruder, der den Ernst der Lage nicht erkennt, waren auch kein Rückhalt in dieser entsetzlichen Zeit. Einzig seine Tante Mary die ihm lebensrettende Hilfen gab, und seine Oma waren die Bezugspersonen über lange Jahre der Verfolgung in seiner Heimatstadt. Sehr drastisch schildert Helmut Clahsen Kindheitserlebnisse wie Juden-Erfassung in der Stadt, Gesundheitsuntersuchungen von jüdischen Müttern mit ihren Kindern die gegen jede Menschen-würde verstießen, schlimme Misshandlungen der Mütter vor den Augen der Kinder und vieles Schreckliche mehr. Nach den Ereignissen vom November 1938 begann das Verstecken, Suchen nach Unterschlupf bei Freunden und Helfern und ständige Angst vor dem Verraten werden an die Nazis. Dabei lernte Helmut Clahsen viele hilfsbereite Menschen im nahen Belgien kennen, bekam wechselnden Unterschlupf in Klöstern in denen der Aufenthalt aber nicht länger dauern durfte weil diese von den Nazi-Schergen beobachtet wurden. Eine Odyssee der Judenverfolgung in unserer Region bekommt in diesen Erinnerungen und Schilderungen ein Gesicht. Man erfährt aus diesem Lebensrückblick was es heißt sich verstecken zu müssen und eigentlich nicht da sein zu dürfen, was es heißt trotzdem Menschen um sich zu haben die helfen und auch Verantwortung für Verfolgte zu übernehmen. In unserem vollbesetzten Heimatforum konnte man während des Vortragen die sprichwörtliche Nadel fallen hören, Stille, Ergriffenheit und Beklemmung erfasste die Zuhörer, für vielen von uns unbekannte Tatsachen, machten uns lange nachdenklich. Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes erlernte Helmut Clahsen das Bäcker- und Konditorenhandwerk. Später wechselte er den Beruf und machte sich als Werbegestalter selbstständig, bis er 1988 durch einen Herzinfarkt zum Rentner wurde. Als Senior entdeckte er seine Liebe zum Schreiben. Nachdem er das Schicksal seiner Frau („Sprachlos“ nach einem Schlaganfall) niedergeschrieben hatte, wagte er sich daran, seine Zeit als Kind zur NS- Zeit aufzuschreiben. Das Buch ist ein lebendiges Zeit-Dokument und absolut lesenswert.

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Menschenmassen vor der niedergebrannten Jüdischen Synagoge in Aachen am 10. November 1938, nachdem die Nazis die Zerstörung jüdischen Eigentums angeordnet hatten. Auch das »Limburgs Dagblad« aus Maastricht hatte noch am 10. November einen Redakteur nach Aachen in Marsch gesetzt, der über die Menschen vor der Ruine ähnlich berichtete:„Von dem jüdischen Bethaus stehen im Übrigen nur noch die Außenmauern. Innen ist es völlig ausgebrannt [...]. Der Platz steht voll mit Menschen, die starr auf die Ruine schauen. Niemand sagt etwas.“

Quelle: Internet
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Der Autor des Buches : „Mama was ist Judenbalg?“, Helmut Clahsen

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Spannung und Stille bei der Lesung

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Ein Abend voller Ergriffenheit




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