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Heimatverein
 Bericht Nr. 180 
22.09.2012

Fahrt nach Mendig und Andernach

Bericht: Helmut Vondenhoff

Unsere Mahlsteine in der Welschen Mühle haben jahrzehntelange treue Dienste und schwere Arbeit verrichtet, kein Wunder dass der Verschleiß und Abnutzung Spuren hinterließ. Diese Abnutzungen führten zu der Überlegung auf dem Markt nach neuen Mahlsteinen Ausschau zu halten. Mahlsteine aus Deutschland werden üblicherweise seit Jahrhunderten in der Vulkaneifel hergestellt. Auf der Suche nach Bezugsquellen eben dieser Steine stießen wir auf den Ort Mendig in der Nähe des Laacher Sees. Die Informationen die wir einholten über diese Region und die Möglichkeiten von diversen Besichtigungen stießen schnell auf Zustimmung als es hieß ; „wo soll die 2. Halbjahresfahrt hingehen.“ Klaus Dornseifer und Marlies Hilger planten und organisierten diese Fahrt für die 53 Teilnehmer/innen die schon früh im Halbjahr ihre Teilnahme gebucht hatten. Sie fuhren erwartungsvoll in die Osteifel wo der größte Vulkanausbruch Mitteleuropas vor ca.13.000 Jahren diese atemberaubende Landschaft rund um den Laacher See prägte. Eine Landschaft die durch ihre Abwechslungsreichtum, ihr Berge und Täler, Flüsse und Seen, Kulturdenkmäler und ihre gastfreundlichen Menschen besticht. Als erstes besuchten wir das Vulkanmuseum Mendig, dem „Lava-Dome“, ein Erlebnis der Extra-Klasse, an Hand eines Films der uns in die Zeit der Vulkanausbrüche zurück versetzte, zeigte sich deutlich die Entwicklung der Region über Jahrtausende bis hin zu unserer Zeit. Der „Lava Dome“ verfügt über eine Ausstellungsfläche von 700 qm, gleich beim Betreten wurden wir als Besucher auf die beeindruckende Welt der Vulkane eingestimmt. Zu den zentralen Bestandteilen der Ausstellung zählten die Themen: „Im Land der Vulkane“, „Vulkanwerkstatt“ und „Die Zeit der Vulkane“. Hier werden Vulkane noch einmal lebendig, hier erlebten wir in einer eindrucksvollen Erlebniswelt die Vielfältigkeit des Vulkanismus. Einzigartig auf der Welt sind die historischen Lavakeller, die größten Lava-Keller der Erde, gleich neben dem „Lava Dome“ in der Mendiger Brauerstraße. Eine Treppe mit 150 Stufen führte uns in ein einzigartiges Höhlensystem, zu einem Kulturdenkmal das auch als „der größte Kühlschrank der Welt“ bezeichnet wird. Auf einer Fläche von 3 Quadratkilometern spannt sich unterhalb der Stadt Mendig ein Netz von unterirdischen Lavakellern. In 32 Metern Tiefe befindet sich diese auf der Welt einmalige unterirdische „Landschaft“. Damals als die Vulkane ausbrachen und das Land mit Glut und Asche bedeckten, floss auch ein Lavastrom in die Richtung Mendigs. Später machten sich die Mendiger daran, in einer Vielzahl von Stollen und Schächten das kostbare schwarze Baumaterial unterirdisch als Basaltlava auszubeuten. So entstanden über Jahrhunderte die Lavakeller die wir nun erwanderten und bestaunten. Unsere Führer durch Unterwelt Herr Marx und Herr Klapper ließen uns an ihrem Wissen Teil haben, voller Leidenschaft und Elan priesen sie die Vergangenheit dieser gewaltigen Naturschönheiten unter der Erde. Als Herr Marx uns noch mitteilte, dass dort unten auch Trauungen gehalten wurden, einmal sogar 18 an einem Tage, da entschlossen sich Bärbel und Klaus Dornseifer spontan den Bund fürs Leben durch Herrn Marx als Standesbeamten noch einmal zu erneuern. Mitte des 19.Jahrhunderts nutzten viele Brauereien, 28 an der Zahl, die stets gleich bleibende Temperatur von 6-9 Grad um ihr Bier zu lagern Erst mit der Erfindung von Lindes Kühltechnik verschwanden bis auf eine die meisten Brauereien. Diese eine Brauerei mit ihrer Gastronomie besuchten wir nach dem die Unterwelt uns entlassen hatte und genossen dort ein leckeres Essen und das obligatorische Eifeler Vulkanbier.

So gestärkt und zufrieden mit dem bisher Erlebten, machte unser zuverlässiger Busfahrer Martin noch einen Abstecher zum Laacher See bevor wir an den Rhein nach Andernach fuhren um dort den größten Kaltwasser-Geysir der Welt zu besuchen. In Andernach, der kleinen Garnisons-Stadt am linken Rheinufer, dort wo sich der Fluss durch das Neuwieder Becken schlängelt, spuckt dieser Geysir etwa alle 100 Minuten eine bis zu 60m hohe Fontäne in den Himmel. Anders als bei den Heißwassergeysiren, bei denen Hitze das Wasser buchstäblich überkochen lässt, treibt hier Gas die Flüssigkeit aus dem Boden. Es faucht aus der Erde, bevor das Wasser/Gasgemisch aus 350 Meter Tiefe kommt, plötzlich schäumt ein kleiner Springbrunnen hervor, dann donnert es. „Das Wasser bellt“, sagen die Einheimischen dazu. Ein funkelnder, kräftiger Strahl steigt auf, höher als die Weiden und Pappeln am Flussufer. Der höchste Kaltwassergeysir der Welt zeigt seine unbändige Kraft. Ein Dampfer brachte uns nach einer viertelstündigen Fahrt zur Halbinsel Namedyer Werth um das Spektakel zu beobachten, nach einer Viertelstunde mit vielen Ah`s und Oh´s der etwa 250 Besucher beendete der Geysir die Vorstellung um sich wieder zu sammeln. Wir sammelten uns zur Rückfahrt mit dem Schiff und Bus um Rhein und Eifel zu verlassen.

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Die Vulkaneifel in der Übersichtskarte zur Vulkanzeit

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Eine Handmühle aus Basaltlava, etwa 1900

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Im „Lava Dome“ gibt Führer Marx der Gruppe eine Einführung in die Vulkanzeit

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Josef und Paul mit rustikaler Sitzgruppe

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Modellprodukte aus der Vulkaneifel

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Lustige Kostümprobe in der Kleiderkaue

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Sicherheitskleidung beim Höhlengang

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Standesamt in 32 Metern unter der Erde

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Gewaltige Basaltdimensionen aus der Vulkanzeit

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Über den Rhein mit dem Schiff nach Namedeyer Werth

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Der Geysir, bis zu 60 Meter hoch




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