08.08.2018 Besuch der Feuerwehr Aachen, Stolberger Straße

Bericht und Fotos von Heinz-Hubert Lillot

Am 8. August 2018 fuhren gegen 14:45 Uhr 15 Mitglieder des Heimatvereins Haaren/Verlautenheide zum Besuch der Feuerwehr Aachen. Vom Parkplatz „Hirschcenter“ gingen wir zu Fuß zum Gebäude der Feuerwehr. Schon von außen konnten wir einen großen Teil des Fuhrparks der Kranken- und Rettungswagen sehen. Ein Stück weiter sahen wir dann die Feuerwehrwagen.

Hier wurde uns schon klar, warum die großen Tore unabdingbar sind und in diesem Bereich kein Fahrzeug parken darf. Im Innenhof der Feuerwehr wurden wir von dem Leiter des Fachbereichs 37, Herr Dipl. Ing. Wolff begrüßt. Wie groß dieser Fachbereich ist und wie viele weitere Bereiche von ihm geleitet und gesteuert werden, hat er uns auf informativer Weise und sehr übersichtlich nähergebracht.

Ich erlaube mir, diese Struktur aus der Webseite der Feuerwehr in diesen Bericht zu kopieren.

Fachbereichsleitung FB 37
Stabsstelle FBL
Geschäftsstelle Freiwillige Feuerwehr
Werksfeuerwehr Uniklinikum
Ärztlicher Leiter Rettungsdienst
Verwaltung - Abteilung 100 (Verwaltung / Gebührenabrechnung / Technik)
Operativer Dienst - Abteilung 200 (Personaleinsatz BF / Gefahrenabwehrplanung)
Einsatzunterstützung - Abteilung 300 (Feuerwehrschule / Fahrschule / Rettungsdienst)
Vorbeugender Brandschutz - Abteilung 400
Leitstelle für die Städteregion Aachen / Informations- und Telekommunikationstechnik - Abteilung 500 Einrichtungen der Feuerwehr
. Als er uns über die Einsatzzahlen der Feuerwehr, hervorgerufen durch die verschiedensten Gründe, berichtete, begann das große Staunen.

Wer hätte das für möglich gehalten. Ebenfalls berichtete er mit gekonnter Nonchalance über die vielfältigen Aufgaben und ihre Erledigung, unterlegt mit einem informativen Zahlenwerk, wie z. B.:

-          Einsatzorganisation generell und bei Großveranstaltungen

-          bei Großschäden

-          zivile Notfallplanung

-          Schutzbau

-          Vorsorgeplanung

-          Katastrophenschutz

-          Ausbildung

-          Tierrettung

u. s. w. Es ist nicht falsch, wenn ich im Namen aller Teilnehmer sage, diese Größe der Verantwortung, Zuständigkeit und des Umfangs ist uns erst in diesem Moment bewusst geworden.

Herzlichen Dank an Herrn Wolff. Nach der Einleitung von Herrn Wolff übernahm Herr Merckling die weitere Führung.
Nun ging es in die Detailarbeit eines Feuerwehrmannes/-frau.

Das Bild hält nur einen Teil der vielen Feuerwehrautos fest, die an der Stolberger-Straße stehen.
Herr Merckling zeigte und erklärte uns, wie jedes Fahrzeug mit den Hilfsmitteln eines Feuerwehrmannes bestückt ist, hunderte, wenn nicht noch mehr, die in jedem Wagen immer an der gleichen Stelle hinterlegt sind. Und da darf es kein Abweichen geben. Im Ernstfall zählt jeder Handgriff und die hierfür gebrauchte Zeit. Schließlich ist es die Pflicht der Feuerwehr, in 8 Minuten am Einsatzort zu sein. Eine Herausforderung wie ich meine.

Anhand dieser Bilder lässt sich die Vielfalt der Gerätschaften ein wenig erkennen. All diese für den Einsatz der Feuerbekämpfung und Lebensrettung notwendigen Geräte hier aufzuzählen würde den Rahmen des Berichtes sprengen. Her Merckling verstand es sehr gut, uns die gezeigten Werkstücke in ihrer Handhabung zu erklären, wann und wie sie zum Einsatz kommen.

Wir hatten die große Ehre und Freude in einem Feuerwehrauto einmal Platz nehmen zu dürfen.

Toll! Stellt man sich jedoch vor, dass die Frauen oder Männer in voller Montur im Wagen sitzen, konnte einem bei dem Gedanken schon warm werden. Schließlich hatten wir vorher erfahren, dass eine Feuerwehrdienstkleidung rund 60 Kilo schwer ist. Spätestens jetzt wurde uns allen klar, mit dieser Dienstkleidung eine Feuerwehrleiter (im ausgefahrenen Zustand 32 Meter hoch) hochzusteigen, mit äußerst schlechter Sicht in ein Haus durch Fenster einzusteigen, um Leben zu retten, das erfordert Mut, 100% Verlass auf die Kameraden, Top Kondition, alles unterlegt und von besonderem Wert eine hervorragende Ausstattung. Dank Herrn Merckling wurden wir umfassend mit vielen Details eines Löschzuges vertraut gemacht. Selbst einen Wagen mit Reservekleidung und Gerätschaften durften wir besichtigen.

Mit gleicher Detailfreude bekamen wir die Einrichtungen eines Notfallwagens aber auch den

Tierrettungsnotfallwagen gezeigt und erklärt. Diese Vielseitigkeit im Berufsleben eines Feuerwehrmannes, dies gilt übrigens auch für die „Freiwilligen Feuerwehrleute“, also ehrenamtlich Tätige, ist sehr beachtlich. Ich kann mir vorstellen, dass aus dem Grund die Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann/-frau verbunden ist mit einem hohen Anforderungsprofil. Auch hierzu bekamen wir ausführliche Informationen. Insbesondere wurde die Bitte an uns herangetragen, die Information weiterzugeben, dass noch „Auszubildende“ gesucht werden. Eine Ausbildung, die von hohem kameradschaftlichen Wert, das schnelle Erkennen einer Gefahr und die hierfür notwendige Lösung bereitzuhalten, kann man als enorm vielseitig bezeichnen und muss alles mit guter Kondition erledigt werden.

Damit all dies bei einem Einsatz vorhanden ist und es nicht zu Defiziten kommen kann, ist das Training der Kondition wichtig. Ebenso wurde durch eine Teststrecke, die einen Ernstfall (fast) simulieren kann, dem Feuerwehrmann die Mittel an die Hand gegeben, sich auf die zu erwartenden Gegebenheiten des Einsatzortes vorzubereiten.

Den Teilnehmern brachten schon die Bewegung in der großen Halle, betreten der Feuerwehrautos und wieder raus, sowie die Begehung des Trainingsraums und Turms – Treppen rauf Treppen runter -ganz schön ins Schwitzen.

Zum Schluss wurde uns noch die Einsatzzentrale gezeigt. Vor dem Eingang hängt eine Tafel mit den Stadtwappen einiger Orte aus der näheren Umgebung. Auch diese Wappen und die kleinen Unterschiede im Einsatz der Feuerwehrleute wurden uns überzeugend von Herrn Merckling erläutert.

 Dann kam jener Raum der häufig beschrieben wird mit -hier laufen alle Fäden zusammen- oder als „Organisationszentrale“ und hier eben „die Einsatzzentrale“.

Da konnten wir nur noch staunen. Alle für einen Einsatz notwendigen Informationen laufen hier zusammen, werden der zum Einsatz kommenden Truppe zur Verfügung gestellt und über den Einsatzleiter ständig weitere Informationen und aktuelle Details mit an die Hand gegeben. Ich kann nur sagen, Informationen, Details, Fakten. Uns qualmte ganz schön der Kopf, was jedoch keinen Einsatz der Feuerwehr auslöste.

 Ich darf und möchte im Namen aller Teilnehmer ausdrücklich Herrn Merckling danken, dass er sich die Zeit genommen hat, um uns mit hoher Kompetenz und Charm so viel Wissen zu vermitteln.

 

Es war für alle Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis. Schon im Vorfeld wurde mit hohem Respekt von der Tätigkeit und Wertschätzung eines Feuerwehrmanns/-frau gesprochen. Dies wurde uns nicht nur bestätigt, nein, unser Respekt und die Anerkennung sind nochmal stark gestiegen. Dank an die „Feuerwehr“ die immer dann zur Stelle ist, wenn wir Sie brauchen.

 

Im Namen des Heimatvereins Haaren/Verlautenheide bedanke ich mich für einen grandiosen Nachmittag. Vielleicht dürfen wir im nächsten Jahr noch mal wiederkommen?

 

Die Teilnehmer waren alle so geschafft, dass beschlossen wurde, in Haaren auf dem Markt bei einem Eis oder Getränk ein tolles Erlebnis ausklingen zu lassen.