12.05.18 Halbjahresfahrt an den Niederrhein

Bericht und Bilder von Heinz-Hubert Lillot

Treffpunkt für die Haarener Mitglieder des Heimatvereins Haaren/Verlautenheide war die Kirche St. Germanus. Die ersten Teilnehmer waren bereits gegen 7:30 Uhr vor Ort.

Erste Fragen nach dem genauen Wohin, was wir denn alles machen werden usw. beherrschten das Wiedersehensgespräch.

 

Unsere Organisatoren der Tour waren Frau Heidrun Déchene-Regener und Dr. Klaus Dornseifer. Sie hatten, dass wusste man von früheren Reisen, bestimmt wieder einen tollen Tag organisiert. Pünktlich 7:50 Uhr fuhr unser Bus der Firma „Wirtz Reisen“ vor. Nachdem alle Platz genommen hatten, war erkennbar, dass es in unserem Bus schon ganz schön voll war, galt es doch noch unsere Mitglieder von Verlautenheide abzuholen. Nach einem (vor)letzten Überblick um 7:56 Uhr von unserem lieben Klaus

und die Überprüfung durch unser Vorstandsmitglied Katharina Henn, ob denn auch alle Reisenden aus Haaren anwesend waren, konnte die Fahrt losgehen.

Pünktlich 8:00 Uhr fuhren wir los in Richtung Verlautenheide. An der Kirche St. Hubert warteten schon unsere Mitfahrenden. Herzliche Begrüßung und Wiedersehensfreude im Bus, und es konnte losgehen in Richtung Xanten. Dank der Weitsicht unseres Organisationsteams hatten wir auch den Wettergott mit an Bord. Es wurde ein herrlicher Sommertag. Nach ca. 1 ½ Stunden erreichten wir unser 1. Reiseziel des Tages.  Alle Reisenden wurden von unserem Organisationsteam in Richtung Innenstadt geleitet.

Ab hier sollte die Stadtführung beginnen. Auf dem Marktplatz hatten wir noch ein paar Minuten Zeit bis unsere beiden Stadtführerinnen eintrafen.

Erste Eindrücke von dem historischen und gemütlichen Marktplatz in Xanten konnte jeder aufnehmen. Wahrlich schöne alte Gebäude und ein Marktplatz, der zum Verweilen einlud. Auf Grund unserer hohen Gästezahl, 55 Personen, wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt.

Zu den ersten Informationen gehörte, dass Xanten bereits ca. 5.500 v. Chr. besiedelt wurde. Selbst im 12. Jahrhundert v. Chr. wurde ein erstes römisches Lager errichtet. Es vergingen 17 Jahre bis im 5. Jahrhundert n.  Chr. das Ende der Römerzeit anbrach. Nach diesen ersten Erläuterungen wurden wir weitergeleitet in Richtung „Klever Tor“. Es wurde Ende des 14. Jahrhunderts erbaut und war Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Immer wieder beeindruckend die alten und noch erhaltenen Häuser. Sind sie doch zum Teil nach holländischem Vorbild gebaut.

Kurz vor dem Tor trafen wir auf die Skulptur eines sehr bekannten Aachener Künstlers - Bonifatius Stirnberg. Ein Mitglied der Familie Stirnberg konnte uns hierzu einige Informationen geben, was selbst für unsere Stadtführerin eine Überraschung war.

„Frauen an der Wasserpumpe“ Skulpturengruppe von Bonifatius Stirnberg. Nachdem wir das „Klever Tor“ durchschritten hatten, wurde uns auch die imposante Größe, die Stärke des Mauerwerks und seine beeindruckende Schönheit bewusst.

Außerhalb der Wehranlage traf man auf eine breite grüne Fläche. Wie unsere Stadtführerin erklärte, gingen früher bis hierher die Arme des Rheins. Dies führte auch dazu, dass Xanten eine hohe wirtschaftliche Bedeutung hatte. Zur Wehranlage gehörte unter anderem auch die Kriemhildmühle. Seit 1992 wird in der Kriemhildmühle wieder Getreide gemahlen und in der angeschlossenen Backstube zu Vollwert-Brot und Kuchen verarbeitet. Die Mühle funktioniert wieder mit Segeln, Holzzahnrädern und Mahlsteinen und ist bei Wind in Betrieb. Unwillkürlich dachte wohl so mancher an unsere Welsche Mühle, die jedoch mit der Kraft des Wassers betrieben wird.

Eine wunderschöne Anlage, die durch die hervorragende Wartung zu einem Aushängeschild der Stadt Xanten geworden ist. Vieleicht gelingt uns das auch in Haaren. Als der Rhein Mitte des 16. Jahrhunderts sich einen anderen Verlauf grub, führte dies u. a. auch zur Verarmung von Xanten. Der blühende Handel, die sich weiter entwickelnden Gewerke, alles was Xanten ausgezeichnet hatte, ging zurück. Dank unserer großartigen Stadtführerin erhielten wir eine Menge an Informationen. Die erste Etappe unserer Stadtführung endete am Dom von Xanten.

Großes Staunen allerseits. Unsere Stadtführerin erklärte uns, dass Xanten im frühen Mittelalter Ad Sanctos geheißen hat, was so viel bedeutete wie „zu den Heiligen“. Viele Gläubige pilgerten seit alters her zum Grab des Hl. Viktor. Nun hatten alle eine Stunde Zeit, sich von den ersten Anstrengungen zu erholen, bevor die Domführung begann. Schnell fanden sich viele in einem Eiskaffee ein, das so schien es, alle Wünsche befriedigen konnte. Bei schönen und lustigen Gesprächen verging die Zeit im Flug. Weiter ging es zur Domführung St. Viktor. Er ist ein religiös und kunstgeschichtlich bedeutendes Bauwerk. Unsere Stadtführerin hatte uns schon auf die großen Kunstwerke, die Krypta und den Kreuzgang hingewiesen. Zuerst wurde uns jedoch die Kreuzigungsdarstellung vor dem Eingang des Doms erklärt. Wir erhielten sehr viele Detailinformationen zu dieser Darstellung. Gott sei Dank! Ich hätte diese vielen Details wohl nicht erkannt und in dieser Ausführlichkeit zu interpretieren gewusst.

Hiernach ging es in den Dom. Man hatte uns nicht zu viel versprochen. Von beeindruckender Schönheit sind die Kunstwerke wie Kirchenfenster, Altarraum, die gesamte Baukunst und der Kreuzgang. Hoch interessant die Krypta. Auch hier konnte unsere Stadtführerin uns mit einem großen profunden Wissen wieder beeindrucken. Herzlichen Dank für eine tolle Stadt- und Domführung. Treffpunkt war unser Bus, mit dem es nun zum Spargelhof Pasch in Straelen-Brüxken ging. Hier hatten unsere Organisatoren Heidrun und Klaus ein großes Spargelessen für uns vorgesehen.

Voller Erwartung hatte man im Zelt Platz genommen. Die ersten Getränke wurden serviert. Der Durst war groß, hatte man doch seit längerem keine Flüssigkeit zu sich genommen. Ungesund.

 

Unschwer zu erkennen, dass unsere Organisatoren ihre Betreuung sehr ernst nahmen. Danke.

 

Spargel mit gekochtem u. rohem Schinken an Sauce Hollandaise oder zerlassener Butter (ca. 750 g Spargel). So stand es im Angebot. Und so wurde es auch serviert. Organisator Klaus hatte für jeden Tisch noch eine Schüssel mit Kartoffeln zusätzlich bestellt. Was für eine Aufgabe. Ich habe noch nie eine so große Menge guten Spargel gegessen. Einfach super. Ganz toll war auch, dass wir von Frau Pasch zum Thema „Spargel“ eine Menge Interessantes hörten. So erfuhren wir, dass „unser“ Spargel in der Straelener Südhanglage wächst und die Hauptsorte der „Backlim“ angebaut wird. Sie erzählte uns, dass für ihre Familie die Zeit von Mitte April bis zum Johannistag am 24. Juni die Hauptarbeitszeit des Jahres ist. Erschwerend kam für Frau Pasch hinzu, dass ihr Mann einen Herzinfarkt erlitten hatte und sich in der Rehaklinik befand. Von dieser Stelle, gute Besserung.

Gut gesättigt blieb uns noch Zeit den Hofladen zu besichtigen. Der eine oder andere nahm sich aus dem großen Angebot von herrlich frischem Obst, Spargel, Marmelade und Wein etwas mit nach Hause. Einige erkundeten die Umgebung des Hofes.

 Nehme ich nun doch von den leckeren Sachen etwas mit nach Hause?

Die guten Angebote sprachen sich schnell rum.

Toni beschrieb noch kurz den Weg zum Hofladen und pries die dort ausgelegte Ware.

Leider mussten wir uns auf den Rückweg machen. Unschwer auf dem Bild zu erkennen: Richtung Bus muss es gehen. Vorgesehen war von unserem Organisationsteam die Ankunft Verlautenheide/Haaren ca. 19:00 Uhr. Die gute Laune, ein ständiger Begleiter des heutigen Tages, setzte sich im Bus fort. Viele Informationen und Anekdoten wurden ausgetauscht. Klar war, und das konnte man allenthalben hören, bei der nächsten Tour fahren wir wieder mit. Unser Vorsitzender dankte unserem Fahrer Herrn Berger mit einem „Spenden-Mühlensäckchen“. Hatte er uns doch in guter und sicherer Fahrt bis hierher und wieder zurückgebracht. Ganz besonderen Dank richtete unser Vorsitzender an die beiden Organisatoren Frau Heidrun Déchene-Regener und Dr. Klaus Dornseifer. Wieder einmal hatten Sie für alle Mitreisenden einen wundervollen, ja perfekten (Urlaubs-) Tag organisiert. Ein langanhaltender Beifall der Gäste machte dies sehr deutlich. Nachdem unser lieber Klaus mit einem Augenzwinkern auf die wohl mögliche Route der nächsten Halbjahresfahrt hinwies, war wohl bei den meisten klar, „da simmer dabei“. Ein schöner Tag neigte sich dem Ende zu. Wieder einmal konnte und durfte man sagen: Es war und ist immer sehr schön, einen Trip im Kreis der Mitglieder des Heimatvereins Haaren/Verlautenheide zu verbringen. Euch allen eine gute Zeit bis zu unserem nächsten Ausflug.