28.04.2018   Wanderung Weiden – Euchen – Weiden


Von Dr. Siegfried Graf

Fotos: Franz-Josef Heuser, Dr. Siegfried Graf


Nachdem im letzten August diese Wanderung im wahrsten Sinne des Wortes wegen starken Regens ins Wasser fiel, trafen wir uns diesmal bei gutem Wanderwetter um 9:45 Uhr am Haarener Markt, um mit dem Bus nach Weiden bis zur Kirche St. Lucia zu fahren. Hier erwartete uns bereits Günter Karl, der uns von hier aus nach Euchen zur Besichtigung der Kirche St. Willibrord mit Kirchhof und wieder zurückführen sollte.

Mit seinen Erläuterungen während der Wanderung begann Günter Karl in Weiden am Adlerstein, in dessen Nähe früher die alte Kirche, die Joducus-Kapelle, stand. Von den ursprünglich insgesamt 138 Grenzsteinen entlang des Landgrabens um das Aachener Reich mit dem gravierten Wappen der Stadt Aachen, dem Adler, gibt es heute noch ca. 20. Der Ortsteil Weiden gehörte zum Aachener Reich. Hier stand früher am Eingang zur Eschweilerstraße das alte Zollhaus Gegenüber der Einmündung der Eschweilerstraße steht das Gut Delahaye, dessen Garten wir uns anschließend ansehen und bewundern durften.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch im Gut sahen wir einen der noch erhaltenen Adlersteine.

 

Der Garten mit seinem alten Baumbestand hat uns sehr beeindruckt.

Mit den Eindrücken vom Gut Delahaye setzten wir anschließend unseren Weg über die Euchener Straße nach Euchen fort. Unterwegs erläuterte uns Günter Karl den Aufbau des Landgrabens bestehend aus Wällen und Gräben sowie seinen Verlauf anhand einer Karte.

Auf unserem weiteren Weg kamen wir an Streuobstwiesen vorbei, die erst vor kurzer Zeit neu angelegt wurden. Am Ortseingang von Euchen gibt es auf einer Wiese noch alte Obstbäume, die gerade in voller Blüte waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Ortseingang von Euchen sahen wir noch interessante alte Häuser.

 

In dem weißen Hof gegenüber der Kirche befand sich früher die Bürgermeisterei.

Vor der Kirche in Euchen musste Albert Kauhsen etwas länger auf uns warten, da wir uns aufgrund der vielen interessanten Erläuterung von Günter Karl entlang des Weges, insbesondere auf dem Gut Delahaye, verspäteten. Vor der Kirche erläuterte Albert Kauhsen uns die Entstehungsgeschichte der Kirche.

Anfang des 18. Jahrhunderts werden Teile der alten Kirche abgebrochen und man baute an gleicher Stelle einen Barockbau mit Kreuzrippengewölbe auf. Ein Hochaltar und zwei Seitenaltäre runden die Kirche in spätbarockem Stil ab. 1912 beginnt unter der Leitung des späteren Dombaumeisters Josef Buchkremer die nächste Umbauphase. Nach Abbruch des nördlichen Joches incl. Anbau wird St. Willibrord um Vierung, Apsis und Sakristeien erweitert. Im 2. Weltkrieg wird die Kirche sehr stark zerstört, so dass der größte Teil des Gewölbes nicht mehr gerettet werden konnte. Hier überspannt jetzt eine Stahl-Holz-Konstruktion den größten Teil des Gotteshauses. Nur in der Chorapsis wird später die Ausmalung wieder restauriert. Der übrige Kirchenraum wird in Hellbeige getüncht. Die Notverglasung in der Chorapsis aus der Nachkriegszeit wurde zunächst 1986 durch drei kunstvolle Fenster mit Bildern der Pfarrpatronen St. Willibrord, St. Brigida und St. Bartholomäus nach einem Entwurf von Rudolf Mohren aus Linden-Neusen ersetzt.

Diese Fenster im Chor ließ dann 2004 der Pfarrer Krehwinkel durch neue Fenster mit ungegenständlichen Motiven nach einem Entwurf von Prof. Ludwig Schaffrath aus Alsdorf-Ofden ersetzen. Über den Sinn dieser Änderung lässt sich trefflich streiten. Die drei kunstvollen Fenster aus dem Jahr 1986 wurden anschließend vor den seitlichen Fenstern im Stil der Notverglasung montiert.

Entgegen der ursprünglichen Planung gingen wir dann aus Zeitgründen nicht entlang des Landgrabens sondern auf dem gleichen Weg wieder zurück nach Weiden. Hier kehrten wir im Café Moos ein, um das Ganze noch einmal Revue passieren zu lassen und um uns vor der abschließenden Rückfahrt nach einer gelungenen Wanderung mit dem Bus nach Haaren zu stärken.