17.06.17 Wanderung rund um Hauset an der Göhl

von Helmut Vondenhoff

Käthe Henn hatte dieses Mal eine schöne Wanderung in Ostbelgien organisiert. Die Strecke führte durch die Ebene von Hauset nach Hergenrath und wieder zurück. Uns begleitete das Flüsschen Geul, hier heißt es – anders als in den Niederlanden – jedoch Göhl. Vom Parkplatz an der Kirche geht es bergab und man biegt in die Göhlstraße ein, parallel zur Göhl führt der Weg über eine Brücke und steigt etwas an. Auf der linken Straßenseite fällt uns die Villa Bohlen ins Auge, mit seinen Türmchen erinnert es ein wenig an eine Burg, ist aber ein historisches bedeutsames Anwesen. Hier hatte 1944-1945 der damalige amerikanische General und Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower sein Quartier und leitete von hier aus die letzte Offensive gegen die deutsche Wehrmacht ein. Gleich passieren wir aber wieder schöne breite Waldwege und genießen eine herrliche Aussicht über den Wald hinweg und blicken zurück auf Hauset. Durch einen alten Buchenwald führt der Weg direkt durch das Gebiet der „Sieben Weiher“, und wir treffen auf die Angler des Angelvereins „Lustige Forelle“. Die wollten wir aber nicht stören und wenden uns am Waldrand und durch Wiesenland der Richtung Fossey und Hammerbrücke zu. Seit 1990 ist die Hammerbrücke für den Bahnverkehr freigegeben, und etwas weiter treffen wir auf die Presterbrücke. Seit 2008 rast hier der Hochgeschwindigkeitszug TGV vorbei. Enge Wege und Trampelpfade führen uns entlang der Bahnlinie durch blühende Sommerwiesen. Hier entwickelt  die Natur ungestört ihre volle Pracht und Schönheit, Blumen und Blüten soweit das Auge reicht. An der Göhl liegt ein großer Naturcampingplatz. Von weitem sehen wir schon das Indianertipi und hören fröhliche Kinderlaute, spielend die Natur erfahren am Wasser und im Wald, wie Kinder es am liebsten mögen. Als nächstes treffen wir auf einen imposanten Ziegelsteinbau mit bogenförmigen Eingängen und Nischen. Ein riesiger Kalkofen zeugt noch von  der Zeit des Kalkbrennens. Hier wurde bis 1955 noch Kalk gebrannt, der aus den Hergenrather Steinbrüchen stammte. Aber auch hier erobert sich die Natur langsam aber jedoch sicher das verlassene Gebiet wieder zurück. Auf der Oberseite des ehemaligen Ofens ragen bereits meterhohe Bäume in den Himmel. Weite Wiesen, Grasland und Pferdeweiden, Milchviehhaltung und typische Bruchsteinhäuser prägen die Landschaft an der Göhl. Wo Wasser ist, finden sich auch Mühlen. Die ehemalige Kupfermühle war noch ein Relikt aus der vorindustriellen Zeit in Ostbelgien. Nur der Mühlenteich zeugt noch von dieser Zeit. Der krönende Abschluss unserer Wanderung war die Einkehr im Cafe Nussstöck der Familie Quodbach, die aus einem Kuhstall mit viel Liebe zum Detail, ein gemütliches Kleinod geschaffen hat. Eine Mischung aus Flohmarkt und antiken Sammlerstücken, Kunstausstellung und Gaumenfreuden bietet den hungrigen und neugierigen Wanderern einen kurzweiligen Aufenthalt in angenehmer Atmosphäre. Die Kuchen sind von der freundlichen Wirtin alle selbst gebacken. Wir hatten als Wandergruppe den Vorteil, dass alles was Käthe Henn vorbestellt hatte, auch sogleich aufgetischt wurde. Ostbelgische Gastfreundschaft, Sommerlandschaft, gute Laune, Wanderwetter und angenehme Gespräche rundeten den Tag ab.

Villa Bohlen, Dwight D. Eisenhower`s Sitz

Weiter Blick vom Wald auf den Ort Hauset

Breite Wanderwege im Wald um Hauset herum

Lustige Forelle, Gebiet der „Sieben Weiher“

Die 3. Hammerbrücke von 1990 für den TGV

Ehemalige Kalkofenanlage von Hergenrath

Cafe Nussstöck, urige Wanderereinkehr

Kaffeetafel mit selbst gebackenem Kuchen