21.02.17 Von Santander nach Luarca auf dem Jakobsweg

von Helmut Vondenhoff

Von seiner vorletzten Etappe auf dem Weg nach Santiago de Compostella  berichtete Franz-Josef Heuser vor den Mitgliedern des Heimatvereins im Heimatforum. Vom Endpunkt der vorangegangenen Teiletappe im letzten Halbjahr, von Santander, der Hafenstadt am Atlantik, startete er gemeinsam mit Günter Karl in Richtung Luarca. Schwerpunkt seines Berichtes und seiner Schilderungen waren einmal mehr die Begegnungen mit Menschen, Pilger und Pilgerinnen, die man unterwegs traf. Heißt es nicht umsonst: man trifft sich im Leben immer zweimal, auf dem Camino trifft man sich öfter und wiederholt. Die gezeigten Bilder sprechen dabei eine deutliche Sprache, gleiche fröhliche Gesichter, deren Mienen keineswegs von Pilgerleiden sprechen. Ein weiteres Thema für den Pilger sind natürlich die Herbergen unterwegs. Hierbei gilt es jeden Tag, wer den Tag früh beginnt und seine geplante Strecke früh beendet, d.h. das gesteckte Ziel früh erreicht, der hat die Möglichkeit, frühzeitig eine Herberge für die Nacht zu finden. Nicht immer sind die Herbergen schon geöffnet, dann heißt es warten und Geduld aufbringen bis sich die Türen öffnen. Hierbei gibt die Reihenfolge der Rucksäcke, die nach Ankunft platziert werden, genau Auskunft, wer zuerst eine Unterkunft erhält und wie viele Pilger aufgenommen werden. Herbergen und Unterkünfte bieten zwar ein Dach über den Kopf für eine Nacht, sind aber auch von unterschiedlicher Struktur, Größe, Komfort und Standards. Nicht selten gibt es Schlafräume, wo sich bis zu hundert Menschen für eine Nacht zusammenfinden, aber auch kleinere Hütten, umgebaute Garagen und Schlafplätze auf dem Boden. Man weiß nicht im Voraus, was einen erwartet und wo man bleibt. Sind die Herbergen voll, ist man gezwungen, weiterzuwandern, um eine nächste Unterkunft zu suchen. Verpflegung für den Tag ist ein spannendes Thema auf der Reise gen Süden. Keine Läden, Supermärkte, Buden und Verpflegungsstellen säumen den Weg. Die meisten Herbergen bieten kein Frühstück an, also heißt es vor dem Abmarsch jedes Mal, suchen wo es etwas Essbares für unterwegs gibt. Improvisieren lernt man wohl dabei und Geduld haben, die Kommunikation unter den Wandern hilft manchmal, sich zu versorgen und nicht mit leerem Magen den Weg zu bestreiten. In den meisten Fällen gibt es unterwegs in den Herbergen und Unterkünften Pilgerküchen, wo entweder Essen angeboten wird oder wo sich Pilgergemeinschaften bilden, die gemeinsam einkaufen, kochen und ein gemeinsames Abendmahl einnehmen. Sprachbarrieren gibt es dabei nach Aussage von Franz-Josef wohl kaum. Das gemeinsame Ziel, den Hunger zu bekämpfen und satt zu werden, lässt alle enger zusammenrücken, und das Verständnis und die Verständigung untereinander funktioniert. Auch hier gilt die Regel, der gesättigte Pilger/in ist ein zufriedener und friedlicher Pilger und freut sich wieder auf den nächsten Tag und die nächste Herausforderung. Für Franz-Josef und Günter Karl war das Ziel auf dem Weg diese Mal die Stadt Luarca, von wo die Heimreise Richtung Haaren wieder angetreten wurde. Ein Jahr Ruhe, ein Jahr der Vorbereitung, die letzte große Herausforderung steht an. Ziel Santiago de Compostella. Guten Weg.

Franz-Josef Heuser schildert seine Tour

Erster Ankunftstag in Santander, Hafenstadt und Start der diesjährigen Etappe

Eine der Pilgerherbergen entlang der Route

Hier geht es lang, auf schönen Wegen zum Meer

Pilgerfreundschaft bei einer Rast (links Melanie aus Berlin)

Warten dass die Herberge öffnet …….

Beim gemeinsamen Frühstück müssen die Rucksäcke draußen warten

Angebot und Nachfrage nach Schlafgelegenheit

Pilgerküche bietet alles was man braucht

Und ist die Hütte noch so klein…………