22.10.2016 Durch den Aachener Wald

von Käthe Henn / Bilder Franz-Josef Heuser

Es war eine Wanderung von Aachen-Waldschenke über den Dreiländerpunkt und wieder zur Waldschenke geplant.  Der Treffpunkt war um 10.00 Uhr an der Welschen Mühle. 13 Mitglieder hatten sich trotz Nieselregens und Nebel eingefunden. Gegen 10.45 Uhr waren wir am Parkplatz Waldschenke. Wir wanderten in den herbstlichen Wald bis zum Friedrichswald. Durch einen Hohlweg ging es an Wiesen vorbei. Hier hat man in der Regel einen wunderschönen Blick über die Stadt Aachen mit Dom und Rathaus. Nur heute versperrte uns der Nebel die Sicht. Jedoch waren hier viele braune Rinder, deren Anblick uns etwas tröstete. Kurz hierauf gelangten wir an eine Treppe, die uns direkt auf den Aachener Landgraben führte. Dieser ist Bezeichnung für die Befestigungsanlage entlang des fast 70 km langen Grenzverlaufs des ehemaligen Aachener Reiches. Dieser Landgraben hatte den Zweck, Holzräuber und jegliches Gesindel aus der Stadt fernzuhalten. An diesem Stück Landgraben war die Struktur genau auszumachen. Über einen Wall, der rechts und links von einem Graben begleitet war, ging es zwischen jahrhundertealten, knorrigen Hainbuchenbäumen aufwärts. Hier war die Geschichte nochmals auf einer Tafel in drei Sprachen dokumentiert. Durch den „Oecher Bösch“ ging es an dem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Lehnhof Reinartzkehl mit seinem imponierenden Laufstall für Kühe vorbei. Nach kurzem Anstieg erreichten wir das „Türmchen Beeck“, ein Wachturm ebenfalls aus der Zeit des Aachener Reiches. Die damaligen Wachtürme dienten der Verteidigung sowie feld- und forstpolizeilichen Zwecken. Hier war es möglich, Nachrichten per Rauchsignal an den „Langen Turm“ in der Innenstadt zu senden. Gegen 12.15 Uhr erreichten wir den Dreiländerpunkt. Hier treffen die drei Länder Belgien, Holland und Deutschland zusammen. An der mit den 3 Länderfahnen gekennzeichneten Stelle wurde eine Gruppenaufnahme gemacht. Da die Witterung ziemlich ungemütlich war, kehrten wir im belgischen Teil in einem Bistro ein. Bei offenem Feuer wärmten wir uns mit einem Kaffee oder Kakao, bevor die zweite Hälfte der Wanderung angegangen wurde. Und wieder nahm uns der bunt gefärbte Wald auf, durch den wir weiter wanderten. Mittlerweile zeigte sich auch die Sonne zaghaft, sodass wir auch wieder von Heimatvereinwetter sprechen konnten. Gegen 15.00 Uhr war das Restaurant Waldschenke erreicht, wo der freundliche Gastgeber uns schon mit einem gedeckten Tisch erwartete. Hier ließen es sich alle gut schmecken und fanden es einen gelungenen Tag. Wir waren 11,3 km gewandert.

Die Unentwegten am Dreiländereck

Der alte Grenzstein

von 1816 bis 1919 war es ein Vierländereck

Der Rest eines alten Wachturm des Aachener Reiches

Die Tafen am Lehnhof Reinartzkehl

Knorrige Bäume auf dem Landgraben

Anstelle einer tollen Aussicht auf Dom und Rathaus - Rinderherde

Beeindruckendes herbstliches Farbenspiel im Oecher Bösch