30.05.15 Verabschiedung Pfarrer Bruder Lukas  aus Haaren

von Helmut Vondenhoff

 


Abschied nehmen bedeutet, einen Ort, eine Gemeinschaft, lieb gewonnene Menschen, vertraute Umgebung, auch berufliches Wirken verlassen, und eine andere, neue Stätte einrichten, irgendwo anders neu ankommen. Unser Mitglied Bruder Lukas Jünnemann, der am 23.02.1985 vom damaligen Bischof Klaus Hemmerle zum Priester geweiht wurde, kam im Jahre 2004 nach Haaren in die dortige Pfarrstelle der Pastoralgemeinschaft Aachen-Nord als Nachfolger von Pfarrverweser Pfarrer Heinz-Josef Lambertz aus Würselen. Am 31.12.2009 wurden die Pfarren St. Germanus, St. Hubert, St. Martin und St. Elisabeth aufgelöst, in einer feierlichen Messe wurden in St. Elisabeth die Kirchenbücher geschlossen. Am 01.01.2010 entsteht aus den 4 alten Pfarreien die neue Pfarre „Christus unser Bruder –Aachen Nord“, die Pfarrkirche der neuen Pfarre ist St. Germanus und ihr Pfarrer nun formal Bruder Lukas. Sein Wirken in der Pfarrei in fast 11 Jahren erforderte viel Arbeit, Mut, Ausdauer und sowohl körperliche als auch mentale Kraft. All das kam den überaus zahlreichen Gottesdienstbesuchern noch einmal vor Augen, bei denen  in der Abschiedsmesse so manche Erinnerung wach wurde als Bruder Lukas seine Abschiedsrede an die Gläubigen richtete. Sein Dank erging an die, die in der Gemeinde vielfältige soziale und menschliche Initiativen entwickelten, ins besonders die großartige Unterstützung von Flüchtlingsfamilien, die Unterstützung durch die Pfarrangehörigen von ehrenamtlichen Projekten, wie Tabitas oder der Arbeitslosenhilfe AHA. Aber auch praktische Hilfen die ihm während seiner Tätigkeiten als Pfarrer geboten wurden, vergaß er nicht zu erwähnen. Hilfen bei der vielfältigen Unterhaltung der Gotteshäuser, der ehrenamtlichen Verwaltung der Pfarrei, bei den Messdienern, bei allen die die Gottesdienste gestalten halfen. Eine gewisse Wehmut und Ergriffenheit lag auch in seinen Worten, Emotionen und Gefühle die er als Mensch in seiner Rede zeigte, sprangen auf die Besucher über, das Kollegium, die große Schar der Messdiener/innen, seine Ordensbrüder, jeder erlebte diesen besonderen Moment für sich. Er, der in seinen Predigten immer stets den guten Gott als Vorbild hatte, der Gott in sein Wirken und Tun mit einbezogen hat, er war der Vermittler des Gedanken mit Gott zu leben. Sein Credo war stets den liebenden Gott, und nie einen strafenden Gott in den Vordergrund zu stellen. Bruder Lukas, gebürtiger Westfale, war aber auch stets ein Freund klarer und deutlicher Worte, nicht immer machte er sich dadurch Freunde, doch Gerechtigkeit war auch sein Anliegen. Die Aufgaben und Pflichten die er zu erfüllen hatte, standen häufig im Blickpunkt und im Auftrag des Bistums und der Kirche, er hatte sie zu lösen und manches Mal traf er bei seinen Pfarrkindern auch auf Unverständnis.  Jetzt, wo sich Bruder Lukas auf seinen wohlverdienten Ruhestand in der Gemeinschaft seiner Ordensbrüder vorbereiten kann, reifen schon wieder Pläne um  ein sinnvolle Tätigkeit auch weiterhin mit Gottes Hilfe aus zu üben. Als Mitglied unseres Vereins hat Bruder Lukas sich bei unseren Mühlenfesten eingebracht, wenn er die Messe las, bot der Hof der Welschen Mühle nicht genug Platz für Besucher/innen, zuletzt hat er noch bei der Einweihung der Nachbildung unseres Haarener Kreuzes am Seniorenzentrum mit gewirkt und das neue Kreuz geweiht. Der Heimatverein, die Haarener und Verlautenheidener Bevölkerung, alle Mitglieder der Pfarrei „Christus unser Bruder – Aachen-Nord“ haben Bruder Lukas zu danken für sein Schaffen und Wirken im Namen Gottes. Diesen Dank brachten im Namen vieler, die Herren Ritzerfeld vom Kirchenvorstand, und Kolkenbrock vom Pfarrgemeinderat schon in der Kirche durch die Übergabe eines besonderen Geschenkes zum Ausdruck. Weitere zahlreiche Geschenke und Gaben erhielt Bruder Lukas  im anschließenden Empfang im Jugendheim Regenbogen zu dem er eingeladen hatte. Als besondere Überraschung für die Besucher/innen des Empfangs versprach er jedem eine Flasche Wein oder eine Flasche Traubensaft aus der Produktion der Weinkellerei der Enkelin unseres früheren Bürgermeisters Heinrich Heuser, Hildegard Sailler-Chipolla, die seit Jahren schon die Pfarre mit Messwein von der Mosel versorgt. Ein Morgen der mit Abschiedsgedanken und Abschiedsempfindungen begann, der Emotionen hervor brachte auf allen Seiten der Beteiligten, endete doch noch im Jugendheim im Zeichen von Dankbarkeit, Heiterkeit und einer gewissen Fröhlichkeit. Eine große Gemeinschaft hat einen der ihren abgeben müssen, aber nicht verloren, wir danken Ihnen Bruder Lukas und wünschen für Ihre Zukunft alles Gute und Gottes Segen.

 

Einzug in St. Germanus zur Abschiedsmesse von Bruder Lukas Jünnemann am 30.05.2015
Groß war die Zahl der Menschen die den Abschied von Bruder Lukas  begleiteten
Das Kollegium mit Domkapitular Pfarrer Rolf-Peter Cremer als Gesandter des Bischofs von Aachen
Musikalische Begleitung durch Marlies Buchmann-Bechtold  und Christoph Müller
Bewegende Momente für Bruder Lukas, auch für die Mitbrüder des Ordens
Fast 11 Jahre Pfarrer, ein Rückblick und Abschied, aber auch Vorausschau mit Gott
Ganz schön hart, Abschiedsworte, da kommen Emotionen auf, verständlich und menschlich
Niemals geht man so ganz…………..es bleiben Spuren zurück………