30.04.14  Einweihung der Jakobsstele am Haarener Markt

von Helmut Vondenhoff

 


Wichtige Pilgerstationen in Aachen und Haaren, Stelen des LVR erinnern an Pilgerwege

Seit Jahrhunderten pilgern Menschen und nehmen lange und beschwerliche Wege auf sich. Pilgern ist wie Beten mit den Füßen. Zur Vorbereitung auf die Aachener Heiligtumsfahrt im Juni dieses Jahres haben 30 engagierte Frauen und Männer aus dem ganzen Bistum ihren "Pilgerführerschein" abgelegt. Darunter auch unser Mitglied Franz-Josef Heuser. Sie werden während der Heiligtumsfahrt Pilgergruppen auf verschiedenen Wegen nach und in Aachen begleiten. Zum Kreis dieser "Pilgerführer" gehören Menschen, die selbst schon einmal gepilgert sind oder Erfahrung mit der Leitung von Gruppen haben. Bei unserem Mitglied Franz-Josef trifft das im besonderen Maße zu, ist er doch Mitglied der Matthias-Bruderschaft Aachen-Forst und pilgert jedes Jahr eine Woche durch die Eifel von Aachen nach Trier zum Grab des Hl. Matthias.  Den Pilgerweg nach Santiago de Compostella hat er in einzelne Jahresetappen aufgeteilt. Weitere Etappen und sein Ziel Santiago de Compostella will er in den nächsten zwei Jahren erreichen. Jakobspilger haben seit jeher ihre eigenen Pilgerwege beschritten. Kennzeichnung dieser traditionsreichen Wege sind heute die Symbole mit der Jakobsmuschel, die dem Pilger in vielen Ländern Westeuropas den Weg weisen. Der Landschaftsverband Rheinland hat zusammen mit der Deutschen Jakobus-Gesellschaft die Wiederbelebung des Weges übernommen. Dazu gehöre auch die Markierung wichtiger Punkte durch Stelen an dieser ersten europäischen Kulturstraße. "Diese Stelen sollen die historische Bedeutung der Pilgerwege für die Entstehung des heutigen Europas wieder stärker ins Bewusstsein rücken" begründet Ursula Mahler vom LVR die Platzierung einer dieser Stelen auf dem Haarener Marktplatz. An diesem wichtigen Pilgerweg, der durch Haaren führte und über Aachen ging, war und ist für den Pilgerreisenden eine ganz besondere Station. Aachen war nicht nur Station, sondern auch Ziel. Auf dem Weg in die Pilgerstadt Aachen, eines der Pilgerzentren der westlichen Welt, spielte der jetzige Stadtteil Haaren eine besondere Rolle. In der Nähe der Stele am Marktplatz befand sich ein Hospital, das sog. Gastes oder Gasthaus. Es gehörte zu einer dichten Folge von Versorgungseinrichtungen, die sich entlang der Fernstraße in Jülich, Aldenhoven, Weiden und eben Haaren nachweisen lassen. Zur Enthüllung und Übergabe der Stele am Haarener Markt hatten der Landschaftsverband Rheinland, die Deutsche Jakobus-Gesellschaft und die Stadt Aachen nach Haaren eingeladen. Eine 30-köpfige Pilgergruppe der Jakobus-Gesellschaft in historischen Pilgergewändern traf sich schon morgens früh in St. Elisabeth, um unter der Leitung von Franz-Josef Heuser den alten Wanderweg von Aachen an der Wurm entlang nach Haaren zu begehen. Auf Einladung des Heimatvereins kehrten die Pilger/innen erst einmal im Heimatforum in der Welschen Mühle ein, um sich bei einer Tasse Kaffee auf die Teilnahme an der Stelenenthüllung vorzubereiten. Es war ein besonderes Erlebnis für die Pilger/innen, das Flair und die Umgebung der historischen Welschen Mühle kennen zu lernen. Mit dem Vorsatz, hierhin noch einmal zurück zu kommen, machte sich die Gruppe auf den kurzen Weg zum Markt, wo sie schon von einer größeren Menschenmenge erwartet und mit Beifall begrüßt wurde. Vor der feierlichen Enthüllung der Stele begrüßte der Aachener OB, Marcel Philipp, das Haarener Publikum, wobei er betonte, dass die Pilgertradition stark in der Aachener Geschichte verankert sei. "Im Laufe der Zeit entwickelten sich immer wieder Wege, auch dieser Weg durch Haaren, der jetzt eine stark befahrene Straße ist."

Als nächste Rednerin begrüßte Frau Ursula Mahler vom LVR die zahlreichen Besucher/innen in Haaren und stellte u.a. die Aktivitäten des LVR in Bezug auf die landesweiten Aufgaben der Kennzeichnung der Pilgerwege vor. Frau Hildegard Frohn begrüßte danach im Namen der Deutschen Jakobus-Gesellschaft alle Teilnehmer dieser Veranstaltung. Auch sie referierte über die Jakobswege. Besonders erinnerte sie an die VIA REGIA, der alten Römer- und Frankfurter Heerstraße, die ebenfalls Haarener Gebiet berührte. Sie bedankte sich besonders beim Heimatverein Haaren-Verlautenheide, der an diesem Marktplatz eine Gedenktafel an die Geschichte der VIA REGIA und ihren Verlauf aufstellen durfte. Ausführliche Bild- und Textbeiträge auf der Tafel geben dem Betrachter Auskunft darüber, was in Haaren in der Vergangenheit und auf seinen Wegen geschah. Unser Mitglied, Pfarrer Bruder Lukas, gab anschließend den geistlichen Segen und schloss dabei alle Besucher/innen und Pilger mit ein. Nach den Rednerbeiträgen schritten Marcel Philipp für die Stadt Aachen und Ursula Mahler für den LVR zur feierlichen Enthüllung der Haarener Stele. Freundlicher Beifall der Besucher/innen und ein letztes Dankeswort des Bezirksbürgermeisters Ferdi Corsten verabschiedeten sie und die Pilgergruppe der Jakobus-Gesellschaft.

Nach Ende der Feierlichkeiten am Haarener Markt lud der LVR zu einem kleinen Umtrunk im Seniorenheim "Am Haarbach" ein. Neben den obligatorischen Getränken gab es auch eine leckere Suppe zur Stärkung.

Der Abschluss der Veranstaltung bildete eine Führung und Besichtigung der Welschen Mühle. Die zahlreichen Teilnehmer waren sehr angetan von dem Kleinod in unserem Stadtbezirk.

Ehrenamtler aus Aachen mit dem Pilgerführerschein
Ehrenamtler im Bischof Hemmerle Haus
St. Jakobusstatue  in Aachen, Pfarrkirche St. Jakob
Das Wahrzeichen auf den  Jakobuswegen
Die Pilgergruppe des LVR in der Welschen Mühle
Zum Kaffee in das Heimatforum eingeladen
Pilger der Deutschen Jakobusgesellschaft als Gäste des Heimatvereins in der Mühle
Ankunft der Pilger/innen auf dem Markt
Eigens zur Erinnerung an Pilgerwege und an Pilger des Jakobusweges in Deutschland
Aachens OB, Marcel Philipp, in seiner Rede über Pilger und Pilgerwege in Aachen und Haaren
Links Ursula Mahler vom Landschaftsverband, rechts Hildegard Frohn, St.Jakobus-Gesellschaft
Unser Pfarrer Bruder Lukas spricht die geistlichen Worte zur Enthüllung der Stele des LVR
Der OB enthüllt feierlich die Stele des LVR
Die Tafel des Heimatvereins zur VIA  REGIA