04.05.13  Vijlen über Holset nach Lemiers
von Helmut Vondenhoff

Die Süd-Limburger Landschaft hat ihren besonderen Reiz, ganz besonders im Frühjahr wenn alles grünt und blüht. Käthe Henn, unsere Wanderführerin hatte die Wanderstrecke von Vijlen, dem Ort mit der höchstgelegenen Kirche der Niederlanden, 200 m über NN, Kirchturmspitze 243 m über NN, über Holset dem Wallfahrtsort, zur Katharinenkapelle in Lemiers ausgesucht. Schon auf dem großen Parkplatz in der Nähe der Kirche und des Sportplatzes bemerkten wir sehr früh dass hier ein besonderer Wanderertreff sein musste. Gerade an diesem Morgen begann der Wandertag in Süd-Limburg der sternförmig von Vijlen ausging und bei dem Strecken von 5, 10, 15, 20, und 25 km zurückgelegt werden können. All diese Streckenabschnitte  schön mit Kontrollstellen, Stempelempfang und Getränkeservice ausgestattet, erwarten die Wanderer die hieraus einen regelrechten Wettbewerb machen und wo die Höchstzahl der Stempeleinträge zum Jahresende den Champion kürt. Durch uralte Feldwege, Wiesenrandwege, vorbei an blühenden Obstbäumen, grünenden Feldern, Wegesrandkreuzen und ausgedehnten Pferdekoppeln zog die Schar der 24 Haarener Wanderer Richtung Holset. Die Kirche in Holset ist dem Hl. Lambertus geweiht der als Bischof von Maastricht im Jahre 692 Holset besuchte, das Kirchlein entstand zwischen 700 bis 800 zu einer kleinen Saalkirche und wurde im Jahre 1136 durch Kaiser Lothar III. vergrößert und zur heutigen Form ausgebaut. Seit Jahrhunderten wird hier die hl. Genoveva verehrt, einmal die Woche pilgert eine Gruppe der Pfarre St. Konrad aus Vaalserquartier nach Holset zur hl. Genoveva und zu St. Lambertus um dort zu beten. In der Lambertuskirche hat bis vor einigen Jahren ein Küster Dienst verrichtet, mit 15 Jahren begann er sein Amt auszuüben, 75 Jahre hat er treu der Kirche und der Pfarre Dienst getan, mit 90 Jahren wurde er vom Bischof von Roermond feierlich verabschiedet und ging dann nach Vaals in das Bejaardenhaus um dort den Rest seines Lebens zu verbringen. Nach einer Rast in und vor der kleinen Kirche wanderten wir weiter Richtung Lemiers, dem kleinen Grenzort am Senserbach in Deutschland und dem Selzerbeek wie er hier  in Niederland heisst. Der Weg führte vorbei an Gehöften mit altem und neuem Fachwerk, landwirtschaftlichen Betrieben, die hier im Senserbachtal über reichlich fruchtbare Äcker und Wiesen verfügen und über mehrere hundert Jahre im Familienbesitz sind. Die Katharinenkapelle, unser Ziel, die älteste Saalkirche in den Niederlanden überhaupt, wird nicht mehr für gottesdienstliche Zwecke gebraucht. Auf Anfrage bei den Freunden des Heemkundekring Lemiers, wird eine sachkundige Führung durch das Kircheinnere angeboten. Wände und Decken der Kirche wurden in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts von Hans van Truijen ausgemalt. Hans van Truijen gehörte der Künstlergruppe KOBRO 1948 an, die gemeinsam mit Kindern großflächige Bilder gestalteten. So muten auch die Bilder der Schöpfungsgeschichte, wie Hans van Truijen sie mit den Augen des Künstlers sah, wie moderne kindhafte Darstellungen aus dem Leben Jesus und unserer Schöpfung an. Frau Marjo Büsse konnte uns in ihrer feinen Art jede Nuance der Bilddarstellung erklären und verständlich machen, so dass wir einen tiefen Eindruck des Gesehenen und Gehörten mitnahmen. Mit Dank an Marjo Büsse verabschiedeten wir uns aus der Katharienenkapelle, von Lemiers, und nahmen wieder einen Wiesenweg im Selzebeeker Tal um Kurs auf Vijlen zu nehmen. Dort kehrten wir in eines der dortigen urigen Cafes, dem sog.; „fiets en wandelcafe“ gegenüber der Kirche ein, eigens vorbestellte Plätze durch Käthe Henn ließen uns allesamt auf der Terrasse gemeinsam die Limburger Spezialitäten genießen. Heimatvereinwetter und Käthe Henn als Wanderführerin sorgen stets für erfolgreiches und heiteres Wanderklima.

Zahlreiche Wegeskreuze an den Wiesen
Der Mai bringt die volle Kirschblütenpracht
Innere der St. Lambertuskirche in Holset
Kurze Rast in Holset im Caféviertel
Vor der Katharienenkapelle erste Erklärungen
Adlersteine, Grenze zum Aachener Reich
Großformatige Schöpfungsgeschichte
Marjo Büsse erklärt detailliert alle Bilder